WLAN in Flugzeugen könnte bald zum Standard werden

Immer mehr Menschen wünschen sich WLAN im Flugzeug – eine neue Technologie könnte das bald möglich machen. (Symbolbild: Getty Images)

Wer in Europa ins Flugzeug steigt, kann sein Smartphone getrost ausschalten. WLAN gibt es oft nicht und wenn, ist es störungsanfällig und teuer. Dabei ließe sich das Problem relativ einfach beheben. Für die Airlines böte sich dadurch eine lukrative Einnahmequelle.

Flugzeuge sind das letzte Refugium derer, die hoch über den Wolken nichts wissen wollen von neuen Kalkulationen, Geschäftspartnern oder den Dingen, die ihre Freunde und Verwandten in den sozialen Netzwerken posten. Damit könnte es bald vorbei sein, denn immer mehr Passagiere wünschen sich eine WLAN-Verbindung auch im Flugzeug. Laut Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft immerhin fast 50 Prozent, Tendenz steigend.

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„Chip.de“ berichtet von Berechnungen der London School of Economics, nach denen WLAN in Flugzeugen bis zum Jahr 2035 130 Milliarden Dollar an Umsätzen generieren könnte. Für die Airlines blieben 30 Milliarden Dollar übrig. Anders als in den USA ist WLAN an Bord eines europäischen Flugzeugs noch immer die Ausnahme, was verschiedene Gründe hat. Der erste: Wie auf Kreuzfahrtschiffen läuft die Übermittlung der Daten im Flugzeug über Satelliten. Ein teurer Spaß und dazu einer, der wegen allzu langsamer Geschwindigkeit oft gar keiner mehr ist.

Eine bestimmte Technik könnte nun die Wende bringen

Gegenüber dem Technikportal gaben sowohl Ryanair als auch Thomas Cook an, auch weiterhin auf WLAN in ihren Maschinen verzichten zu wollen. Die Kunden könnten sich entsprechende Inhalte vor dem Abflug herunterladen, die Kosten für eine Internetverbindung an Bord seien schlicht zu hoch.

Die Lufthansa dagegen sieht das anders. In ihren Flugzeugen gibt es wie bei jenen der Tochtergesellschaft Eurowings schon seit dem vergangenen Jahr WLAN. Das Angebot gilt auch bei nationalen und europaweiten Flügen wohl vor allem auch deshalb, weil sich mehr Geschäftsreisende an Bord befinden, deren Arbeitgeber für die hohen Kosten aufkommen.

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Allerdings gibt es eine Technik, die die Wende auch bei anderen Fluggesellschaften bringen könnte. Zusammen mit dem Satelliten-Unternehmen Immarsat und Nokia testet die Deutsche Telekom die EAN-Technologie, bei der die Daten über bislang rund 300 Funkantennen auf der Erde auch via LTE-Signal in die Maschinen übertragen werden können. Ein schnellerer, preisgünstigerer und auch weniger störungsanfälliger Weg als die Übermittlung über Satelliten und eine Technologie, die sich für die Fluggesellschaften wie auch die Passagiere viel mehr lohnen könnte.

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