Wissler: Linke muss inhaltliche Forderungen stärker herausstellen

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Links-Chefin Wissler (AFP/MICHELE TANTUSSI)

Die schwachen Umfragewerte der Linken sind nach Ansicht von Parteichefin Janine Wissler zum Teil auf interne Streitigkeiten zurückzuführen. "Der eine oder andere öffentliche Streit war sicher nicht hilfreich und hat von unseren inhaltlichen Forderungen abgelenkt", sagte sie dem Nachrichtenportal "Watson". "Wir müssen insgesamt stärker herausstellen, wofür die Linke steht, was wir durchsetzen wollen."

Die Linke steht derzeit in den meisten Umfragen bei sechs Prozent. Sie liegt damit auf dem letzten Platz aller im Bundestag vertretenen Parteien.

Wissler sieht Potenzial für die Linken vor allem bei Menschen, die bei früheren Wahlen für die Partei gestimmt haben. "Wir freuen uns über jeden Wähler und jede Wählerin und wollen insbesondere die Leute mobilisieren, die schon mal die Linke gewählt haben", sagte sie. "Bei der Bundestagswahl 2017 waren das 9,2 Prozent."

Sie haben allerdings nicht den Eindruck, "dass massenhaft Wählerinnen und Wähler von uns zur AfD gegangen sind", sagte Wissler weiter. "Unser Hauptpotenzial liegt bei den Leuten, die den Laden am Laufen halten, wichtige gesellschaftliche Arbeit leisten und sich kaum gehört fühlen."

Zu möglichen Koalitionen nach der Bundestagswahl sagte die Linke-Vorsitzende, SPD und Grüne müssten überlegen, "wie ernst ihnen ihr eigenes Wahlprogramm ist". Es gebe große Unterschiede zwischen SPD und Grünen einerseits und der Linken andererseits. "Aber die gibt es zwischen SPD/Grünen und Union/FDP auch, wenn man sich die Programme anschaut."

Den aktuellen Umfragen zufolge wären nach der Bundestagswahl unter anderem ein Bündnis von SPD, Grünen und Linken sowie eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP möglich. Auch Union, Grüne und FDP hätten zusammen eine Mehrheit.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock müssten sich fragen lassen, "ob die Differenzen zu Union und FDP aus ihrer Sicht wirklich leichter zu überwinden sind als die zu uns", sagte Wissler. "Ob sie lieber Kompromisse nach rechts machen als nach links."

cne/smb

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