Wissler fordert "Wintermoratorium für Zwangsräumungen und Stromsperren"

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Janine Wissler (AFP/John MACDOUGALL)

Linken-Chefin Janine Wissler hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dazu aufgerufen, Energie- und Wohnungsunternehmen zum Verzicht auf Zwangsräumungen und Stromsperren zu verpflichten. "Für viele Menschen ist diese Pandemie nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein ökonomisches Problem", sagte Wissler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe laut Mitteilung vom Sonntag. "Wir müssen wenigstens die schlimmsten Folgen abfedern."

Es dürfe nicht sein, dass Menschen "mitten im Winter, mitten in einer Pandemie ihre Wohnung verlieren." Wissler appellierte an die neue Bundesregierung und namentlich an Scholz: "Fassen Sie sich ein Herz, nehmen sie ihre Verantwortung wahr und setzen Sie ein klares Zeichen für soziale Wärme - für alle." Es brauche nun "ein Wintermoratorium für Zwangsräumungen und Stromsperren".

Das Problem der steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten und der explodierenden Mieten wachse jeden Tag, beklagte die Vorsitzende der Linkspartei. "Es reicht nicht, an die Barmherzigkeit von Energiekonzernen und Wohnungsunternehmen zu appellieren."

Wie die Bundesregierung dem Bericht zufolge auf Anfrage der Linken mitteilte, gab es im Jahr 2020 mehr als 30.000 Zwangsräumungen in Deutschland. Zudem hätten die Energieversorger im vergangenen Jahr laut Bundesnetzagentur mehr als 230.000 Verbrauchern in Deutschland wegen unbezahlter Rechnungen den Strom abgestellt.

cfm/fml

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