Wissenschaftlicher Durchbruch: Forscher verbessern Erinnerungsvermögen durch Gehirnimplantate

Die vom Menschen entwickelte Technologie kann unsere Gehirne in Zukunft noch leistungsfähiger machen. (Symbolbild: Getty Images)

Erstmals ist es Forschern gelungen, die Leistungsfähigkeit des menschlichen Hirns technologisch zu erhöhen. Die Ergebnisse könnten einen Durchbruch in der Alzheimer-Behandlung bedeuten.

Das menschliche neuronale System ist so komplex und leistungsfähig, dass es Wissenschaftler vor große Herausforderungen stellt, die für Menschen einfachen Prozesse wie Gesichtserkennung und das Identifizieren von Objekten auch Computern beizubringen. Doch auch das Nervensystem hat seine Grenzen und Schwachstellen.

Umso interessanter sind deswegen die neuesten Forschungsergebnisse eines Teams der University of Southern California, die zeigen, dass künstliche Intelligenzsysteme in Zukunft nicht nur menschliche Gehirnaktivitäten imitieren, sondern Computertechnologie auch unsere eigenen Hirnleistungen verbessern kann.

Wie die Technologieplattform „BGR“ berichtet, stellte das Forschungsteam rund um den Wissenschaftler Dong Song seine Ergebnisse am vergangenen Wochenende bei einem Meeting der „Society for Neuroscience“ vor. Demnach waren die Forscher in der Lage, das Erinnerungsvermögen ihrer Probanden mit Gehirnimplantaten, sogenannten „neuralen Prothesen“, um 30 Prozent zu steigern.

An den Versuchen nahmen 20 Testpersonen teil, denen aufgrund von Epilepsie-Erkrankungen schon Elektroden zur Überwachung ihrer Hirnfunktionen eingesetzt worden waren.

Im ersten Schritt des Experiments wurde dem künstlichen neuronalen System beigebracht, welche Hirnregionen aktiv werden, wenn ein Mensch etwas Neues lernt und sich an etwas erinnert. Anschließend konnte das System diese Prozesse vorhersagen, sodass bei den folgenden Erinnerungstests pro-aktiv winzige Elektroschocks an das Gehirn abgegeben werden konnten. Diese imitierten natürliche und gesunde Hirnaktivitäten und konnten somit Leistungen wie das Abspeichern von Informationen fördern. Alle Probanden schnitten bei den implantatunterstützten Erinnerungstests deutlich besser ab als zuvor.

„Wir schreiben den neuralen Code, um die Erinnerungsfunktion zu erhöhen“, erklärte Dong Song laut „New Scientist“. „Das ist zuvor noch nie geschehen.“ Das Team hofft nun, seine Forschungsergebnisse auf die Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer anwenden zu können. Außerdem soll die Übertragbarkeit auf andere Bereiche, wie etwa das Steuern von Bewegungen oder des Sehens, geprüft werden.