Wissenschaftler erfinden vitaminreiche Superbanane

Bananen haben jetzt schon den Ruf als Superfood – wie ein australisches Wissenschaftsteam nun beweist, steckt noch viel mehr Potenzial in der beliebten Schalenfrucht. (Bild: AP Photo/Matthew Mead)

Australische Wissenschaftler entwickelten eine modifizierte, mit Vitamin A angereicherte Bananenart, die künftig hunderttausende Menschenleben retten könnte.

Vitamin-A-Mangel fordert jedes Jahr zwischen 650.000 und 700.000 Kinderleben und ist eine der Hauptursachen von vermeidbarer Erblindung. Nun haben Wissenschaftler eine genetisch veränderte Superbanane entwickelt, die dem Mangel vorbeugen und somit Leben retten könnte.

Ein Team der Technischen Universität von Queensland forscht seit zehn Jahren an der nährstoffangereicherten Bananenart. Finanzielle Rückendeckung bekam das Projekt von der „Bill and Melinda Gates Foundation“, die die Forschungsarbeiten mit 10 Millionen Dollar (rund 8,7 Millionen Euro) unterstützte. Die neuesten Fortschritte des Projekts wurden nun im renommierten Wissenschaftsjournal „Wiley’s Plant Biotechnology Journal“ veröffentlicht.

„Diese wissenschaftlichen Resultate, gemeinsam mit deren Publikation, zu erzielen, ist für uns ein großer Meilenstein in unserer Suche, eine nahrhaftere Diät für einige der ärmsten Gemeinschaften in Afrika zu finden. Unsere Wissenschaft funktioniert. Wir haben hunderte verschiedene genetische Varianten in unseren Laboratorien und in Feldversuchen in Queensland getestet, bis wir die besten Resultate erzielten“, zitiert Newsweek Professor James Dale, den Leiter des Wissenschaftlerteams.

Gezüchtet wurde die neue Superbanane aus einer Mischung aus einer besonders vitaminreichen, aber sehr ertragsarmen Bananenart aus Papua-Neuguinea und der handelsüblichen „Cavendish“-Banane, die in großen Mengen produziert wird und viele Früchte ausbildet. Die Mischung der beiden Arten führte zu einer ungewöhnlichen orangen Farbe. Besonders in Uganda, wo die Banane als Grundnahrungsmittel zählt, soll die „Superbanane“ zu einer deutlichen Verbesserung der Gesundheitssituation führen. Später könnte sie auch im Kongo, Kenia und Tansania verbreitet werden.

„Wir erzielen die vierfache Menge unseres eigentlichen [Vitamin A]-Ziellevels, also sind wir schon ziemlich glücklich damit“, so Dale gegenüber dem australischen Sender „ABC“.

Eine Sorge des Forschungsteams war es, dass der Vitamin-A-Gehalt der Früchte im Laufe mehrerer Ernten abnehmen könnte. Zu ihrer Begeisterung stellten die Wissenschaftler aber fest, dass der hohe Vitamingehalt gleich blieb. Einen deutlichen Einfluss auf die Bevölkerung in Uganda sieht Dale realistisch erst ab 2025. „Wenn wir dann bemerken, dass plötzlich das Level der Vitamin-A-Mangel-Fälle sinkt, dann ist das genau das, was wir sehen wollen“.

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