"Wirtschaftswoche": Kaufhof schließt Anfang 2019 Filialen in Hof und Solingen

Kaufhof-Filiale

Die angeschlagene Kaufhauskette Kaufhof wird einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge Anfang 2019 ihre Filialen im bayerischen Hof und im nordrhein-westfälischen Solingen schließen. Der Aufsichtsrat habe aufgrund von baulichen Veränderungen in Hof und erhöhten Mietforderungen in Solingen entschieden, die Mietverträge an beiden Standorten nicht zu verlängern, berichtete das Blatt unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die Kaufhof-Mutter HBC trennt sich demnach zudem von Europachef Wolfgang Link.

Link war erst im Mai 2017 zu HBC gekommen und hatte zunächst auch das Geschäft von Kaufhof geführt. Zuletzt leitete er das Europageschäft von HBC und war Aufsichtsratsvorsitzender von Kaufhof. Das Unternehmen gab gegenüber der "Wirtschaftswoche" keine Stellungnahme ab. Das Blatt hatte schon im März über interne Kritik an Link berichtet. Sein Vertrag läuft demnach über drei Jahre - das Geld für die verbleibende Zeit zahle Kaufhof nun an ihn aus.

Kaufhof war vor zwei Jahren vom Handelskonzern Metro an den kanadischen Kaufhauskonzern Hudson's Bay Company verkauft worden. Ende 2017 beantragte Kaufhof einen Sanierungstarifvertrag und damit laut der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi "erhebliche" Tarifverzichte der Beschäftigten. Die "Wirtschaftswoche" zitierte einen Insider mit den Worten, es sei den Angestellten schwer vermittelbar, dass sie auf Gehalt verzichten sollen und andererseits genug Geld für die Abfindung eines Geschäftsführers da sei.

Verdi hatte sich zu Verhandlungen über einen Sanierungstarifvertrag für die rund 18.000 Beschäftigten bereit erklärt. Sie hält Kaufhof für ein zukunftsfähiges Unternehmen.