Wirtschaftsweise Schnabel warnt vor "Autoblase" in den USA

Die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel warnt vor einer weiteren Finanzkrise mit dem Automarkt als Brandherd. "Die Situation der Automobilkredite in den Vereinigten Staaten ist bedenklich und erinnert auf vielfache Weise an die Subprime-Immobilienkrise", sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Die Autokredite wiesen in den USA seit Jahren ein "rasantes Wachstum" auf. Gleichzeitig seien die Kreditstandards immer mehr gesenkt worden, die Banken seien immer freizügiger geworden.

"So wurden Kredite gegeben, deren Betrag nahezu dem Wert des Neuwagens entsprach", sagte Schnabel der Zeitung. "Da braucht es nicht viel, dass es während der Laufzeit des Kredites zu einer Unterdeckung kommt."

Mittlerweile stiegen die Kreditausfälle, und die Preise für Gebrauchtwagen fielen. "Dies dürfte sich verschärfen, wenn immer mehr Schuldner ihre Autos verkaufen müssen. Die Verschuldung der amerikanischen Haushalte ist inzwischen höher als 2008."

Im Bereich der Automobilkredite hat sich nach Einschätzung Schnabels angesichts der Kreditrisiken genau so ein Markt für komplizierte Finanzprodukte ("Subprime-Markt") gebildet wie seinerzeit für die Häuser, die im nachhinein als "Schrott-Immobilien" in die Geschichte eingingen. Nun drohe sich dieser Mechanismus auf dem Automarkt zu wiederholen.

Dass der Markt für Autokredite viel kleiner sei als damals der Subprime-Immobilienmarkt, sei nur ein schwacher Trost, sagte die Ökonomin dem Blatt: "Globale Ansteckungseffekte lassen sich nicht ausschließen."