Wirtschaft will bei Corona-Test in Betrieben Dampf machen

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BERLIN (dpa-AFX) - Die Spitzen der deutschen Wirtschaft wollen die Corona-Tests bei den Beschäftigten in Deutschland erheblich ausweiten. "Testangebote in den Unternehmen laufen in diesen Tagen hoch", teilte der Präsident des Bundesverband der Deutschen Industrie, Siegfried Russwurm, nach einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in Berlin mit. An dem Gespräch zu den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie nahmen auch weitere Spitzenvertreter von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften sowie sieben Bundesminister teil.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur machte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger in der Runde deutlich, dass die Arbeitgeber wüssten, dass sie bei den Tests nun liefern müssten. Andernfalls würden sie dazu verpflichtet. Nach dem Treffen sagte Dulger: "Wir sehen in einem schnellen Hochfahren der Covid-19-Impfungen und auch der Testungen in Unternehmen einen entscheidenden Beitrag, um das wirtschaftliche Lebens wieder zu normalisieren." Die Unternehmen stünden in großer Zahl mit ihren Betriebsärzten dafür bereit. Die Verfügbarkeit von Tests - insbesondere Selbsttests - müsse jetzt schnell verbessert werden.

Bereits am Dienstag hatten die Wirtschaftsspitzen die Betriebe nach Gesprächen mit der Regierung aufgerufen, Schnelltests für Beschäftigte anzubieten. Virologen mahnen, Fortschritte beim Testen und Impfen insgesamt könnten zum gegenwärtigen Beginn der dritten Corona-Welle in Deutschland zu langsam gehen, um ein rasches Ausbreiten der britischen Virusvariante zu verhindern. Merkel und die Ministerpräsidenten hatten gefordert, dass die Unternehmen "als gesamtgesellschaftlichen Beitrag ihren in Präsenz Beschäftigten pro Woche das Angebot von mindestens einem kostenlosen Schnelltest machen".

Nach der Videokonferenz sagte Regierungssprecher Steffen Seibert: "Die Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften haben sich klar zu ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung bekannt und sagen zu, in den Betrieben das Testen aktiv zu unterstützen."

Der Start der Corona-Impfungen in den Betrieben hängt von den Impfstoffmengen ab. Er soll erst nach den ab April geplanten Impfungen in den Arztpraxen kommen. Dulger machte deutlich, dass für das Impfen in den Unternehmen rechtliche Fragen geklärt werden müssten. Nach dpa-Informationen sollen die Unternehmen für den Impfstoff und seine Verabreichung keine Haftung übernehmen müssen.