Wird Porsche Tesla überholen?

Das Tesla Model S (links) und der Porsche Mission E (rechts).

Porsches Mission E Elektro-Limousine soll Ende 2019 in Serie gehen und auch wenn Auto-Enthusiasten das komplett elektrische Fahrzeug als direkte Konkurrenz für Teslas Model S sehr loben, streitet der deutsche Autobauer die Ähnlichkeit ab.

„Tesla ist kein Maßstab für uns“ sagte der Porsche-Vorstandsvorsitzende Oliver Blume bei der jährlichen Pressekonferenz des Unternehmens Anfang dieses Monats. Stattdessen sieht Blume den Mission E als Vorreiter für E-Fahrzeuge für den Massenmarkt. „Er setzt Standard und steht für Bewegung im doppelten Sinn. Das Einzige, was der Mission E nicht bietet, sind Langeweile und Verzicht.“

(Porsche)

Yahoo Canada war zur Jahreshauptversammlung des Autobauers eingeladen, gefolgt von einer Tour durch die Einrichtungen in Zuffenhausen in Stuttgart, um eine bessere Vorstellung davon zu bekommen, wo das Mission E Modell letztendlich zsuammengebaut werden wird. Die existierende Fabrik wird ausgebaut, um die neu geschaffene Produktionsstätte zu etablieren (sozusagen eine Fabrik innerhalb einer Fabrik), wo die Flotte von Elektroautos gebaut werden wird.

Und Porsche sichert seine Vision mit viel Geld ab.

Bis 2025 plant das Unternehmen, über 80 neue Automodelle mit Elektromotoren auf den Markt zu bringen, darunter 50 reine E-Autos und 30 Plug-in-Hybrid-Modelle. Der Autobauer plant, in den kommenden vier Jahren sechs Milliarden Euro in Elektromobilität zu investieren und rund 500 Millionen Euro gehen in die Entwicklung neuer Elektrofahrzeuge unter dem Mission E Programm.

Aber können sie Tesla übertreffen?

Porsche Mission E vs. Tesla Model S — ein Vergleich:

(Porsche)

Leistung:

Die Mission E Elektro-Limousine mit vier Sitzen soll in 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und eine einzige Batterieladung reicht für 500 km ohne Leistungsverluste. Teslas Flaggschiff, das Model S, kann im Ludicrous Modus in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen – allerdings kann dies laut Stefan Weckbach, Leiter des Elektroauto-Projekts bei Porsche, nur zwei Mal gemacht werden, „der dritte Versuch wird scheitern“.

(Porsche)

Batterieleistung:

Einer der größten Unterschiede zwischen dem Mission E und seinen Konkurrenten wird die Ladezeit sein. Mit einer 800-Volt-Batterie kann es in nur 15 Minuten 80 Prozent der Batterie wieder aufladen, was für eine Entfernung von rund 400 Kilometern reicht – das ist doppelt so schnell wie Tesals Ladezeit.

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Lade-Infrastruktur:

Anfang des Jahres begann Tesla damit, Gebühren für die Nutzung des Supercharger (Schnelllade) Netzwerks von Model 3 Besitzern zu verlangen – ein Angebot, das zuvor kosenlos war. Bei einer Diskussion mit GearBrain danach gefragt, antwortete Porsche, man werde von Anfang an für das Aufladen Geld verlangen und die Kosten werden ähnlich hoch sein wie das Tanken von Treibstoff.

Teslas Supercharger-Netzwerk besteht aus 1.191 Supercharger-Stationen mit 9.184 Superchargern. Porsche dagegen wird Mitglied bei Ionity – einem Joint Venture mit Audi, der BMW-Gruppe, der Daimler AG und Ford –, um bis 2020 400 Schnelladestationen entlang wichtiger europäischer Verkehrsrouten zu installieren. In den USA wird der Autohersteller 800-Volt-Schnellladestationen bei seinen 189 Vertragshändlern installieren.

Preis:

Es wird erwartet, dass der Preis für die Mission E Limousine zwischen dem Panamera Einsteigermodell und dem 911 Carrera liegt, also kann man davon ausgehen, dass das Grundmodell zwischen 69.000 und 74.000 Euro kosten wird. Im Vergelich dazu: Das 2018 Tesla Model S 75 D hat einen Einstiegspreis von 60.500 Euro.

Nisean Lorde