Wird es schon bald keine Staus mehr geben?

Ein Ausblick, der alle Autofahrer nervt. Forscher arbeiten daran, Staus in Zukunft zu vermeiden. (Bild: ddp)

Oftmals sind es die kleinen Fehler der Autofahrer, die unnötige Staus verursachen und für lange Wartezeiten sorgen. Doch Wissenschaftler hoffen, dass dieses Problem schon bald gelöst wird.

Autofahrer müssen sich am Wochenende auf erhebliche Verzögerungen wegen Staus einstellen: Weil die Geschäfte für drei Tage geschlossen bleiben und zum Einkaufs- auch noch der Besucherverkehr kommt, wird es spätestens ab Samstag eng auf den deutschen Straßen. Wie schön ist da die Hoffnung, die Wissenschaftler aktuell hegen: Sie mutmaßen, dass es mit dem Stau schon in wenigen Jahren ein Ende haben könnte.

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Berthold Horn und Liang Wang vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge haben eine neue Studie veröffentlicht, in der sie Ursache und Lösung der Stauentstehung beleuchten. Als eine der Gründe für unnötige Wartezeiten sehen sie die Verlangsamung des Verkehrs durch enges Auffahren und Drängeln. Weil die dahinter fahrenden Autos bei solch einem Verhalten abrupt abbremsen müssen, löse dies eine Kettenreaktion aus, die zur Staubildung beitrage.

Die Lösung sehen die Forscher in selbstfahrenden Autos, die durch ihr vorausschauendes Fahren unnötige Bremsvorgänge verhindern können. Allerdings müsste beim autonomen Fahren nachgerüstet werden, um diesen Effekt auch zu erreichen. Bislang wird durch die Sensoren nämlich nur der Abstand zum Vordermann erfasst. Die Forscher fordern, künftig auch den Abstand zum nachfolgenden Wagen in die Berechnung einer optimalen Fahrweise einzubeziehen.

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Als Inspiration dienten Horn und Wang übrigens Vogelschwärme. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Tiere trotz geringer Abstände nie in die Quere kommen, kamen die Wissenschaftler auf die Idee, das Verhalten mathematisch zu berechnen. Dabei zeigte sich, dass es unumgänglich ist, auch das Verhalten der Tiere einzubeziehen, die hinter den Vögeln fliegen. Daraus wiederum leiteten sie ihre Formeln für ihr System der “zweiseitigen Kontrolle” (bilateral control) ab.

In weiteren Untersuchungen möchten die Wissenschaftler nun herausfinden, ob die zweiseitige Kontrolle nicht nur eine höhere Geschwindigkeit zulässt, sondern auch generell für mehr Sicherheit sorgt.

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