Winterwetter führt in Teilen Europas zu Verkehrschaos

Die Schweiz versinkt im Schnee

Starke Schneefälle und Winterstürme haben in Teilen Europas den Verkehr lahmgelegt: Die Flughäfen in Genf in der Schweiz sowie in den schottischen Städten Glasgow und Edinburgh wurden am Donnerstag vorübergehend geschlossen. In einigen Regionen in Italien, Frankreich und Spanien kam es zu massiven Problemen beim Zugverkehr und auf Straßen. Die Zahl der Kältetoten stieg auf mindestens 54, auch Deutsche waren betroffen.

Wegen heftigen Schneefalls wurde der Flughafen Genf vorübergehend geschlossen. Am Donnerstagnachmittag wurde er zwar wieder geöffnet, doch der Betreiber sagte für den Rest des Tages Verspätungen und Flugausfälle voraus. Auch in Zürich waren viele Flüge verspätet.

In der Schweiz waren die Temperaturen in den vergangenen Tagen auf fast minus 40 Grad Celsius in höheren Lagen gefallen. Auch im Zugverkehr kam es dort zu Verspätungen, auf den Straßen gab es zahlreiche Unfälle.

In Großbritannien und Irland kündigte sich der Wintersturm "Emma" mit starken Schneefällen und eisigen Temperaturen an. An vielen Flughäfen gab es Flugstreichungen und -verspätungen, die Airports in Glasgow und Edinburgh wurden ebenfalls vorübergehend geschlossen, später auch der Flughafen in Dublin. In der irischen Hauptstadt fallen die meisten Verbindungen bis Samstag aus.

Auch in Südeuropa herrschen derzeit ungewohnt winterliche Bedingungen. Viel Schnee fiel im Norden Spaniens und Italiens sowie in Südfrankreich. In Norditalien fielen zeitweise die Hälfte aller Regionalzüge aus.

In Katalonien und in der Region um Montpellier in Südfrankreich steckten Autos und Lastwagen auf tief verschneiten Straßen fest. "Die Autobahn sieht aus wie ein Friedhof", schrieb ein südfranzösischer Pendler auf Twitter.

Wegen der sibirischen Kälte warnte die Weltgesundheitsorganisation vor besonders großen Gefahren für ältere Menschen, Kinder sowie Obdachlose und Flüchtlinge.

Nach einer europaweiten Zählung der Nachrichtenagentur AFP stieg die Zahl der Kältetoten seit Freitag auf mindestens 54, darunter zahlreiche Obdachlose. Am stärksten betroffen ist Polen mit 21 Toten. Dort wurden mit minus 28,7 Grad Celsius die niedrigsten Temperaturen gemessen.

Auch in Deutschland fielen erneut Menschen der kalten Witterung zum Opfer: In Erfurt in Thüringen wurde ein Obdachloser in einem leerstehenden Haus nahe dem Hauptbahnhof gefunden, der vermutlich erfroren war. Die Ermittlungen zu den genauen Todesumständen des 44-Jährigen dauerten noch an. In Paderborn in Nordrhein-Westfalen starb eine 44-jährige Frau nach einem Sturz in den eiskalten Fluss Alme.

Im Großraum Paris übernachteten rund 30 Kommunalpolitiker im Freien, um auf das Schicksal von Obdachlosen aufmerksam zu machen. Die Aktion stieß aber auch auf Kritik: "Aufgabe eines Abgeordneten ist es nicht, auf der Straße zu schlafen, um 'authentischer' zu wirken, sondern Lösungen für die Betroffenen zu finden", hieß es von der Opposition im Pariser Stadtrat.

Zum Wochenende werden in weiten Teilen Europas steigende Temperaturen vorhergesagt. In Schweden können die Menschen bereits aufatmen: Nach drei Tagen Verkehrschaos hat sich die Lage dort wieder weitgehend beruhigt.