Wintersport: Nadine Fest: Das ist Österreichs neue Ski-Hoffnung

Rücktritte und Serien-Verletzungen haben Österreichs alpines Damen-Skiteam ausgedünnt. Die 19-jährige Nadine Fest kommt somit 2017 in Sölden und damit früher als erwartet zu ihrem Weltcup-Debüt.

Rücktritte und Serien-Verletzungen haben Österreichs alpines Damen-Skiteam ausgedünnt. Die 19-jährige Nadine Fest kommt somit 2017 in Sölden und damit früher als erwartet zu ihrem Weltcup-Debüt.

Die Allrounderin aus Kärnten gilt als großes Talent, Junioren-WM-Gold 2017 in Super-G und der Kombi sowie Gold bei den Olympischen Jugendspielen 2016 belegen das.

"Ich komme aus dem wunderschönen Mittelpunkt Kärntens", beschreibt Fest ihre Herkunft. Die Junioren-Doppelweltmeisterin ist zu Hause in Arriach, das liegt unweit von Afritz, der Heimat von Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer. Motiviert von ihrem älteren und ebenfalls Skirennen fahrenden Bruder ist Fest skifahrerisch auf der Gerlitzen groß geworden. Nach der Ski-Hauptschule (heute NMS) in Radenthein hat sie die Hotel-Fachschule in Bad Hofgastein absolviert. Das haben auch Anna Veith oder Marcel Hirscher getan, prominente Vorbilder also.

Europacup hat noch Vorrang

"Ich bin sehr zielstrebig, das wird mir - positiv gesehen - manchmal ein bissl zum Verhängnis", erzählte Fest vor dem Weltcup-Einstieg in Sölden. Fest hat alle ÖSV-Kader im Eilzugstempo durchschritten. "Dabei stehe ich mir oft selbst im Weg", gestand sie.

Trotz des Debüts in Sölden steht im kommenden Winter nach wie vor der Europacup als Hauptmenü auf dem Fest-Spiel-Programm. Dort will sie sich einen Fixplatz für die höchste Liga erarbeiten.

"Irgendwas zwischen Riesentorlauf und Super-G" sei ihre stärkste Disziplin. "Funktioniert der Riesen, klappt es auch im Super-G", ist Fest überzeugt. In ihrem Alter fahren die meisten ÖSV-Damen bekanntlich praktisch alle Disziplinen, um die Ski-Ausbildung auf möglichst breite Beine zu stellen.

"Im Steilen hat sie noch nicht die Klasse"

Nervös sei sie gar nicht, betonte Fest. "Ich möchte am Samstag einfach cool fahren und alles zeigen, was ich kann." Dass sie noch Aufholbedarf habe, liege auf der Hand. "Ich bin aber in erster Linie froh, dass ich mitfahren darf und schauen kann, wie sich das so anfühlt im Weltcup."

So schlecht sind die Aussichten Fests für den Riesentorlauf in Sölden gar nicht. Denn dort wird das Rennen vorrangig in den flacheren Start- und Schlusspassagen entschieden. Damenchef Jürgen Kriechbaum: "Im Steilen hat Nadine noch nicht die Klasse, um mit den Besten mithalten zu können. Im Mittlesteilen bis Flachen ist sie aber sehr schnell."

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