Winkmann: "Müssen auch einmal Fehler zulassen"

Schiedsrichter Guido Winkelmann stellte den Stuttgarter Dzenis Burnic vom Platz

"Das war nicht einmal ein Foul", haderte Stuttgarts Trainer Hannes Wolf auf der Pressekonferenz nach der 1:3-Niederlage des VfB beim Hamburger SV.

Auslöser für Wolfs Ärger war der frühe Platzverweis für Stuttgarts Mittelfeldspieler Dzenis Burnic, der bereits in der zwölften Minute mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war.

Zu Unrecht – wie Schiedsrichter Guido Winkmann nach der Partie zugab. "Aus meiner Wahrnehmung war es so, dass der Spieler rücksichtslos in die Achillessehne von Hunt eingestiegen ist. So habe ich es wahrgenommen, aber die Fernsehbilder geben das nicht her. Die Gelb-Rote Karte war in dem Fall nicht richtig", sagte Winkmann bei Sky.

Die Highlights des Spieltags am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur

Deshalb gab es keinen Videobeweis

Spieler und Verantwortliche stellten sich allerdings die Frage, warum der Videoschiedsrichter trotz der klaren Fehlentscheidung nicht eingriff. Laut Winkmann war er dazu schlichtweg "nicht befugt".

Die Regeln besagen, dass der Videobeweis nur bei einer Roten Karte zulässig ist - nicht aber, wenn es um eine zweite Gelbe Karte geht. Denn wenn die zweite Gelbe Karte überprüft werden würde, müsste man dies auch bei der ersten tun.


Wolf versteht die Welt nicht mehr

VfB-Coach Wolf hat jedoch wenig Verständnis dafür, dass bei so wichtigen Entscheidungen nicht auf den Videobeweis zurückgegriffen werden darf.

"Ich verstehe nicht, dass jemand in Köln sitzt, das sieht, und nicht eingreifen darf, weil es eine Gelbe Karte ist. Das ist schwer für uns nachzuvollziehen, weil es hier um so viel geht", sagte Wolf.

Winkmann ist komplett anderer Meinung. "Wenn der Videos-Schiedsrichter inzwischen alles pfeifen soll... Ich habe heute einen Fehler gemacht, da muss ich zu stehen, aber das muss man auch einmal zulassen", sagte Winkmann und fügte hoffnungsvoll hinzu: "Irgendwann wird sich das ganze Thema beruhigen."