Windkanal-Verbot ab 2030: Toto Wolff äußert Sicherheitsbedenken

Norman Fischer
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Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ist kein Freund davon, dass Windkanäle ab 2030 aus der Formel 1 verschwinden sollen und hat diesbezüglich Sicherheitsbedenken. Ein Verbot wurde zuletzt im Treffen der Formel-1-Kommission diskutiert, wo es um eine nachhaltigere Zukunft der Königsklasse ging.

Ab 2030 sollen Formel-1-Autos nur noch mit CFD entstehen. Bis dahin soll die Technologie ausgereift genug sein, um sicherzustellen, dass die Autos ohne Windkanal entwickelt werden können. Wolff hat das Prinzip hinter dem Verbot zwar akzeptiert, ist aber skeptisch, wenn es darum geht, sich nur auf theoretische Arbeit zu verlassen.

"Es gab breite Einigkeit darüber, dass das passieren wird", sagt er. "Aber es ist eine enorme Regeländerung, die auch einen gewissen Sicherheitsaspekt beinhaltet."

"Wir dürfen nicht vergessen, dass dies die schnellsten Autos auf dem Planeten sind und den größten Abtrieb haben. Und wir wollen nicht mit den Fahrern in Autos experimentieren, die auf CFD basieren", so der Österreicher.

Renault: Mit langer Vorlaufzeit machbar

Dem Mercedes-Motorsportchef ist lieber, wenn man alles an "echten" Autos vorher ausprobieren kann. Doch er sieht auch den Sinn hinter dem Vorhaben: "Ein Ziel wie 2030 beim Verbot von Windkanälen vorzugeben, ist ein Weg, der für alle funktioniert und uns dabei helfen wird, den Sport finanziell nachhaltiger zu machen."

Renaults geschäftsführender Direktor Marcin Budkowski sagt, dass ein solches Verbot eine große Herausforderung wäre, durch die lange Vorlaufzeit aber erreicht werden könnte. "Das ist kein neues Thema. Darüber wird schon eine Weile geredet", meint er. "Der Schlüssel zu einer solch signifikanten technischen Umstrukturierung ist, es mit genügend Vorlauf zu machen."

Doch er weiß, dass ein reines CFD-Auto auch Schwierigkeiten mit sich bringen kann: "Wenn man alles nur mit numerischen Simulationen macht, besteht das Risiko, dass du zum ersten Rennen kommst und sich das Auto dann komplett anders verhält als erwartet. Und dann wird es schwierig, wieder in die Spur zu finden."

McLaren hält an neuem Windkanal fest

Denn es bestünde die Gefahr, dass die Korrelation mit der Strecke nicht stimmt. Das gibt es zwar vereinzelt auch heute, doch Windkanäle sind dabei eine große Hilfe. "Aber die Formel 1 liebt Herausforderungen. Und wenn uns jemand sagt, dass wir in zehn Jahren etwas abschaffen, das wichtig für die Entwicklung ist, dann ist es machbar, glaube ich", so Budkowski.

Bei McLaren laufen derweil die Arbeiten an einem neuen Windkanal weiter voran. Das Projekt könnte somit eine Lebenszeit von weniger als zehn Jahren haben, wird aber laut Teamchef Andreas Seidl jetzt nicht fallengelassen: "Wenn man sieht, was CFD heute kann, dann sind wir immer noch weit weg von einem Windkanalverbot", so der Deutsche.

"Die Diskussionen haben daher keinen Einfluss auf kurz- oder mittelfristige Entscheidungen."

Mit Bildmaterial von Sauber F1.