Williams-Pilot Russell: Fortschritt hat länger gedauert als erwartet

Maria Reyer

Williams-Rookie George Russell blieb als einziger Pilot in der Formel-1-Saison 2019 ohne Punkt. Diese Tatsache ist zu einem Großteil der enttäuschenden Performance des Williams FW42 geschuldet. Zwar konnte das Team noch während der Saison Maßnahmen einleiten, die Entwicklungsrate sei dennoch zu langsam gewesen, meint der Brite. Für 2020 blickt er positiv in die Zukunft.

"Das Team musste die Aero-Philosophie komplett überarbeiten. Dafür mussten wir einen Rückschlag bei der Performance in Kauf nehmen, um die Grundlagen neu aufzustellen. Wir waren daher auch nicht überrascht von unserer Position zu Saisonbeginn", gibt Russell offen zu.

Allerdings sei er mit der Entwicklungsrate unterm Jahr weniger zufrieden gewesen. "Wir hatten gehofft, dass wir uns schneller in größeren Schritten verbessern würden, aber die Arbeit an den Grundlagen hat länger gedauert als erwartet." Deshalb war Williams auch noch zu Saisonende mit Abstand das Schusslicht im Feld.

Insgesamt konnte das Team nur einen einzigen WM-Punkt in 21 Rennen einfahren, zum zweiten Mal in Folge belegte der britische Traditionsrennstall den letzten Platz in der Team-Wertung. Schon der Start in die Saison ist missraten, nachdem der Bolide nicht rechtzeitig für die erste Testwoche fertiggestellt worden war.

Danach wurde sehr schnell klar, dass der FW42 kein konkurrenzfähiges Auto sein werde. Im Durchschnitt fehlten dem Team auf die Spitze 3,5 Sekunden im Qualifying. Vergleicht man den durchschnittlichen Rückstand in der ersten mit der zweiten Saisonhälfte, konnte sich die Mannschaft um rund drei Zehntelsekunden verbessern.

Auch Russell konnte "definitiv" Verbesserungen über die Saison sehen. Er geht sogar noch weiter und behauptet: Wäre Williams mit dem Abu-Dhabi-Auto schon in Australien angetreten, hätte man um Punkte kämpfen können.

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"Hätten wir 2019 mit diesem Auto begonnen, dann hätten wir mitkämpfen können. Aber alle anderen haben sich eben auch weiterentwickelt, daher sieht es so aus, als hätten wir kaum Fortschritte gemacht. Doch wir haben gleich viel geschafft wie die anderen auch."

Die Entwicklungsrate für das neue Jahr stimmt ihn außerdem positiv: "Die Rate ist wirklich stark. Das ist ein guter Grund, um positiv eingestellt zu sein." Im Windtunnel könne er erhebliche Fortschritte beim Abtriebslevel erkennen, verglichen mit jenem zu Beginn der Saison.

"Das Einzige, was wir nicht wissen, ist, wie sehr sich die anderen verbessert haben." Er ist dennoch zuversichtlich, dass sein Team deutlich besser und schneller entwickelt in diesem Winter als im vorherigen. Sein Ziel für das kommende Jahr? "Wir wollen Fortschritt sehen. Ich glaube, dass nächstes Jahr besser wird."

Mit Bildmaterial von LAT.