Wiener Corona-Experte weist Kritik an EU-Impfstoffbeschaffung zurück

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BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der Co-Vorsitzende der für Corona-Impfstoffe zuständigen EU-Steuerungsgruppe hat den Vorwurf zu langsamer Verhandlungen mit den Herstellern zurückgewiesen. "Diese Kritik stammt von Leuten, die diesen Prozess nicht kennen und ihn nicht genau verfolgt haben", sagte der Österreicher Clemens Martin Auer der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag).

In der Steuerungsgruppe sitzen Vertreter der 27 EU-Staaten. Sie war an den von der EU-Kommission geführten Vertragsverhandlungen beteiligt. Die Kommission steht in der Kritik, weil vorerst in der EU nur wenig Corona-Impfstoff verfügbar ist.

Auer beklagte zu hohe Erwartungen, die im ersten Quartal nicht erfüllbar seien: "Wir wussten immer, dass am Anfang die Impfdosen knapp sein werden", sagte er. In Deutschland habe auch der Aufbau großer Impfzentren Erwartungen geschürt.

Der österreichische Corona-Sonderbeauftragte äußerte Zweifel, ob der Hersteller Astrazeneca im ersten Quartal wirklich 40 Millionen Impfstoffdosen an die EU liefern könne. Die Firma hatte unter Hinweis auf Produktionsprobleme in Belgien ihre Lieferzusage zunächst von 80 Millionen auf 31 Millionen gekürzt. Nach Protest der EU-Kommission sagte sie aber doch weitere neun Millionen Dosen zu.

"Wenn die neun Millionen Dosen extra wirklich kommen - und da bin ich mir nicht sicher, - dann bestimmt nicht aus Belgien", sagte Auer. "Aber die produzieren ja genug sonstwo auf der Welt."