Wiederbelebte Migrantenrouten: Immigranten kommen jetzt aus Tunesien

Nach einem Deal Italiens mit Libyen nimmt der Strom illegaler Flüchtlinge ab. Tunesische Schmuggler nutzen den Augenblick und beleben alte Migrationsrouten neu.

“Ich wurde festgenommen und jetzt bin ich wieder zurück in Tunesien. Ich habe nichts falsch gemacht. Ich wurde festgenommen, weil ich wegrennen wollte. Ich möchte mich befreien, meine Probleme lösen und mein Leben verändern. Ich bin nicht wegen Mordes, Drogenhandels oder Terrorismus verhaftet worden, was habe ich gemacht? Nichts. Absolut nichts. Sie haben mich festgenommen als ich versucht habe, illegal nach Italien zu kommen.”

Nach offiziellen Zahlen haben es allein im September 1400 illegale Flüchtlinge von Tunesien nach Europa geschafft, so viele wie in den gesamten acht Monaten davor nicht.

Hassen Rebhi arbeitet für die tunesische Küstenwache und erklärt, wie sie arbeitet:

“Alle Gebiete hier sind ein möglicher Startpunkt. Die Philosophie unserer Einsätze ist es, sich auf einen speziellen Engpass zu konzentrieren, so dass ihn ein Boot auf dem Weg nach Italien durchqueren muss. Wir durchkämmen ihn dann mit verschiedenen Mitteln, so dass wir jedes Boot festsetzen können.”

Deutschland unterstützt Tunesiens Küstenwache und Grenzschutz mit Ausrüstung und Training, und liefert Material zur Grenzüberwachung.

Die Immigranten sind vor allem Einheimische: Denn trotz demokratischer Fortschritte ist die wirtschaftliche Situation in der Region weiterhin schlecht.