Wieder Tote bei gewaltsamen Palästinenserprotesten im Gazastreifen

Mindestens drei Tote

Im Gazastreifen haben erneut Tausende Palästinenser gegen Israel protestiert. Drei Palästinenser wurden von israelischen Soldaten erschossen.

Mindestens 150 weitere Demonstranten sollen verletzt worden sein, hieß es von der palästinensischen Gesundheitsbehörde.

Seit Beginn der Auseinandersetzungen vor einer Woche sind damit 24 Palästinenser ums Leben gekommen.

Es ist der heftigste israelisch-palästinensische Gewaltausbruch seit 2014.

Palästinenser verbrennen Reifen gegen Scharfschützen

Mit dem Verbrennen Tausender Reifen erzeugten die Palästinenser an mehreren Orten eine "Rauchwand". Ziel war es, Scharfschützen auf der israelischen Seite der Grenze die Sicht zu erschweren.

Israels Armee wirft der im Gazastreifen herrschenden Hamas vor, sie wolle im Schutz der Rauchschwaden Anschläge an der Grenze verüben.

Vor einer Woche hatte die radikalislamische Hamas die Proteste gestartet, sie sollen sechs Wochen andauern.

Anlass ist der 70. Jahrestag der Gründung Israels. Damals mussten Hunderttausende Palästinenser fliehen.

Einen Tag, nachdem die Unabhängigkeit Israels ausgerufen worden war, griffen arabische Staaten Israel an. Den Krieg gewann Israel.

Die Palästinenser fordern ein Recht auf Rückkehr der Geflohenen, Israel lehnt das ab.

Grenze zum militärischen Sperrgebiet erklärt

Israels Armee erklärte das Grenzgebiet zum Gazastreifen am Freitag zum militärischen Sperrgebiet.

Die Truppen setzten Mittel zur Bekämpfung von Unruhen ein, hieß es in der Mitteilung.

Schüsse würden gemäß klarer Einsatzregeln abgefeuert. Israels Militär werde es nicht zulassen, dass der Grenzzaun beschädigt wird.

Am Karfreitag waren bei Konfrontationen 18 Palästinenser getötet worden, zwei starben später an ihren Verletzungen.

Israelische Soldaten schossen nach Armeeangaben gezielt auf palästinensische Rädelsführer - die meisten der Getöteten waren nach israelischen Angaben militante Palästinenser.