Wieder schweres Zugunglück in Ägypten: "Wir wollen eine Antwort" rufen die Menschen

Bei einem schweren Zugunglück in Ägypten sind nach Medienberichten mindestens 16 Menschen getötet worden. 40 wurden demnach (staatliche Zeitung «Al-Ahram») verletzt, als zwei Züge in der Provinz Beheira im Nildelta nördlich der Hauptstadt Kairo zusammenstießen.

Es wird erwartet, dass die Zahl der Opfer weiter steigt.

Zwei Waggons seien entgleist und hätten einen Güterzug gerammt, so Medien (Zeitung «Youm7») unter Berufung auf den Sicherheitschef der Provinz.

„Das ägyptische Schienennetz ist teilweise veraltet,“ so das Auswärtige Amt in Berlin in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen, „es kommt immer wieder zu schweren Unfällen mit Toten. Der Zugverkehr ist stark eingeschränkt. Mit kurzfristigen Zugausfällen ist insbesondere auf Nebenstrecken zu rechnen.» Kritisiert werden eine oft mangelhafte Infrastruktur und ein schlechtes Ausbildungsniveau der Mitarbeiter.

UNGLÜCKE SERIENWEISE

Nach dem schwersten Zugunglück seit Jahren im vergangenen August in der Hafenmetropole Alexandria

mit mehr als 40 Toten und mehr als 100 Verletzten hatten die Behörden Investitionen in die Infrastruktur angekündigt, um solche Unfälle künftig zu vermeiden. Bahnchef Medham Schuscha musste zurücktreten.

Die schwersten Eisenbahnunfälle in Ägypten in den letzten beiden Jahrzehnten:

• Eisenbahnunfall von Ayyat, 2002, 383 Tote (Brand in einem Abteil)

• Eisenbahnunfall von Qaliub, 2006, 58 Tote

• Eisenbahnunfall von Manfalut, 2012, mindestens 50 Tote (Zusammenstoß Zug/Schulbus)

• Eisenbahnunfall von Chorschid, 2017, 41 Tote

„Wir wollen eine Antwort“, riefen die Menschen am Ort des jüngsten Unglücks in Beheira.

su mit dpa, Reuters