Wie reich ist Donald Trump wirklich?

Er selbst gab sein Vermögen mit 10 Milliarden US-Dollar an: US-Präsident Donald Trump. (Bild: AFP)

Bis heute weigert sich der US-Präsident, seine persönlichen Finanzen komplett offenzulegen. Das hat höchstwahrscheinlich einen Grund: Unter anderem „Bloomberg“ und „Forbes“ sind sich sicher, dass Donald Trump bei weitem nicht so reich ist wie er behauptet.

In der „Forbes“-Liste der reichsten 400 Amerikaner für das Jahr 2017 rutschte Donald Trump von Rang 156 auf 248 ab. Nach Schätzungen des Wirtschaftsblatts schrumpfte sein Vermögen im Vergleich zum Vorjahr um 600 Millionen auf 3,1 Milliarden US-Dollar. Hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten und die teure Wahlkampagne zehrten laut „Forbes“ an Trumps Reichtum. Vor seiner politischen Karriere hatte er als Geschäftsmann vor allem mit Immobilien-Deals von sich reden gemacht.

Er selbst hatte im Jahr 2015 bei einem skurrilen Auftritt im Foyer des Trump Towers im Herzen Manhattans betont, dass er „wirklich reich“ sei und als Beleg mit einem Zettel herumgewedelt, auf dem sein Vermögen angeblich vollständig aufgeschlüsselt war. Und das belief sich damals Trumps Worten nach auf 8,8 Milliarden Dollar, die er wenige Wochen später auf 10 Milliarden nach oben korrigierte.

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Den Wert des Trump’schen Konglomerats zu beziffern, ist nicht ganz einfach. Zum einen sind seine Besitztümer nicht an der Börse notiert. Zum anderen gibt Trump den eigenen Markenwert als Person in 3,3 Milliarden Dollar an. Ähnlich wie „Forbes“ schätzt der Finanzinformationsdienst „Bloomberg“ das Vermögen des US-Präsidenten auf 2,9 Milliarden Dollar – ein Betrag, den Trump als zu niedrig zurückgewiesen hat.

Immobilien: Bürogebäude von Trump enttäuschen die Banken

Grundlage für den sogenannten „Bloomberg Billionaires Index“ sind Daten von Banken, Hypotheken, Jahresberichte, Marktzahlen und neue Angaben, die der Präsident im Juni 2017 bei der Ethik-Organisation Office for Government Ethics offenlegte. Wie „Bloomberg“ ermittelte, bringen die Bürogebäude von Donald Trump nicht so viel Geld ein, wie jene Banken gehofft hatten, die ihm einst Geld dafür liehen. So wurde der Wert der drei Objekte 40 Wall Street, Trump Tower und 1290 Avenue of the Americas auf insgesamt 380 Millionen Dollar nach unten korrigiert.

Der Trump Tower bleibt hinter den Erwartungen der Banken zurück. (Bild: ddp)

Das Wall-Street-Gebäude war 2015 mit 540 Millionen Dollar bewertet worden, der Index bewertet es nun mit 400 Millionen Dollar, basierend auf der Entwicklung im vergangenen Jahr. Der Trump Tower wurde 2012 auf 480 Millionen Dollar und nun auf 450 Millionen Dollar geschätzt. Ebenso blieb das Hochhaus 1290 Avenue of the Americas, an dem Trump 30 Prozent hält, hinter den Erwartungen der Banken zurück. Im Jahr 2012 wurde es mit 2 Milliarden Dollar bewertet mit der Hoffnung, es würde 97,7 Millionen Dollar an jährlichen Netto-Einkünften bringen. Generiert hat es 2016 aber lediglich 77,7 Millionen Dollar.

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Laut „Forbes“ mussten auch einige von Trumps Golf-Destinationen wie beispielsweise in Miami, Irland und Schottland einen Einbruch der Umsätze verzeichnen. Als Grund dafür gibt das Magazin Trumps politische Provokationen als Präsident an, nach denen viele Besucher aus Protest ferngeblieben waren.

Wie viel ist die Marke „Trump“ tatsächlich wert?

Den Trump Tower gibt es nicht nur in New York, sondern beispielsweise auch in Rio de Janeiro oder Istanbul. Bauherr war bei diesen Gebäuden aber nicht etwa Donald Trump, der hat nur für viel Geld seinen Namen verkauft. Die Eigentümer von Hotelketten weltweit erhoffen sich durch den prominenten Namensgeber mehr Zulauf. Nach eigener Aussage spülte Trump allein die Lizenzierung seines Namens knapp 10 Millionen Dollar in die Kasse – innerhalb eines Jahres. Wie viel die Marke „Trump“ tatsächlich wert ist, an dieser Frage scheiden sich die Geister. Trump selbst schätzt sie auf mehr als 3 Milliarden Dollar, während „Forbes“ seinen Markenwert mit 125 Millionen Dollar beziffert.

Ein dickes Minus wegen Wahlkampf und Rechtsstreit

Trumps flüssiges Vermögen hat sich von 2016 auf 2017 um 100 Millionen reduziert, berichtet „Forbes“. Dieses Loch hatten zum einen die rund 25 Millionen Dollar schwere Präsidentschaftskampagne sowie ein Rechtsstreit mit der Trump University in das Vermögen gerissen.

Seinen Wahlkampf ließ sich Donald Trump einiges kosten. (Bild: ddp)

Schätzungen zufolge haben rund 5000 „Studenten” insgesamt rund 40 Millionen Dollar an Trumps „Universität” gezahlt. Das Problem: Die „Trump Universität” ist überhaupt keine Universität, sie verdient weder formal noch inhaltlich diesen Namen. Einige Studenten reichten Klage ein. Bei einem Vergleich wurde vereinbart, dass Trump 21 Millionen Dollar an die klagenden Ex-Studenten und vier Millionen in den Etat von New Yorks Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman zahlen muss, der ebenfalls ein Verfahren angestrengt hatte.

Das Problem sind nicht die Zahlen – es ist die Glaubwürdigkeit

Am Ende des Tages ist es wohl allen außer Donald Trump völlig egal, ob er nun drei Milliarden oder zehn Milliarden Dollar besitzt. So oder so ist er der reichste Staatschef in der Geschichte der Vereinigten Staaten, und das sowohl in absoluten Zahlen als auch kaufkraftbereinigt. Das eigentliche Problem liegt in der Transparenz und Glaubwürdigkeit.

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Wäre Trump wirklich daran interessiert, das Geheimnis rund um sein Vermögen zu lüften, bräuchte er lediglich seine Steuererklärung veröffentlichen, was eine reale Schätzung seines Einkommens und seiner Ausgaben ermöglichen würde. Bislang deutet nichts darauf hin, dass der Präsident seinen Kurs ändern wird.

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