Wie reich ist die Queen wirklich?

Queen Elizabeth

Sie fährt in einer goldenen Kutsche oder einem extra für sie angefertigten Bentley, trägt Kronjuwelen und verbringt die Zeit am liebsten auf ihrem imposanten Landsitz in Schottland. Doch wie reich ist Queen Elizabeth II. wirklich und vor allem: Was gehört ihr und was dem britischen Empire?

Wer denkt, die britische Königin gehöre ganz sicher zu den reichsten Einwohnern ihres Empires, irrt. Im vergangen Jahre landete Queen Elizabeth II. nur auf Platz 329 der Reichenliste der „Sunday Times“. Mitleid freilich muss niemand haben, denn zusätzlich zu ihrem immer noch beträchtlichen Vermögen hat die Queen einen Vorteil gegenüber Normalsterblichen: Sie und die engeren Mitglieder der Königsfamilie bekommen jährlich einen Regierungszuschuss.

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Das Geld stammt aus dem großen Immobilienimperium Crown Estate, das sich zwar im Besitz der Krone befindet, aber nicht zum privaten Eigentum gehört und unter staatlicher Kontrolle steht. Das Kronenvermögen umfasst große Teile des Londoner Westends bis zum Festlandsockel, auf dem Offshore Windparks Lizenzgebühren in die Kassen spülen. Die Einnahmen fließen in das Finanzministerium, das wiederum 15 Prozent der Einnahmen zurück ans Königshaus überweist. Mit diesen 15 Prozent werden dann die Gehälter der Angestellten des Königshauses bezahlt, Instandhaltungskosten für Immobilien gedeckt, für Strom und Wasser gelöhnt, für offizielle Reisen und Veranstaltungen. Und da die Geschäfte des Crown Estate gut laufen, stieg die Apanage der Königin zuletzt von 76 Millionen Pfund auf 82,2 Millionen, berichtete die „Sun“.

Die Sommerresidenz Balmoral Castle im schottischen Aberdeenshire gehört der britischen Königin. (Bild: AFP)

Abgesehen von diesem zugegeben großzügigen Zuschuss verfügt die Queen auch über ein privates Vermögen, das sich laut „Forbes“ 2016 auf etwa 456 Millionen Euro belief. Wovon allein die Immobilien aus dem Erbe der Monarchin je nach Quelle zwischen 90 und 105 Millionen Euro wert sein sollen. Dazu gehört die von der Queen heiß und innig geliebte Sommerresidenz Balmoral Castle im schottischen Aberdeenshire, wo sie und ihr Mann Prinz Philip zwischen August und Oktober leben. Ebenso der Landsitz Sandringham House in der britischen Grafschaft Norfolk, zu dem 32 Quadratkilometer Land gehören. Dort feiern die Royals traditionell Weihnachten und gehen auf die Vogeljagd.

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Den Großteil des königlichen Vermögens soll allerdings das Herzogtum Lancaster ausmachen, das sich seit Anfang des 15. Jahrhunderts im Besitz des britischen Königshauses befindet. Ein 184 km² umfassendes Gebiet in England und Wales, auf dem Landwirtschaft betrieben wird, Gewerbegebiete und Unternehmen angesiedelt sind und natürlich auch Wohnflächen. Die kommerzielle Nutzung des „Duchy of Lancaster“ brachte der Queen im Jahr 2015 satte 16 Millionen Pfund ein, die zum sogenannten „Privy Purse“ gehören, dem privaten Einkommen also. Daraus finanziert die Queen neben persönlichen teilweise auch offizielle Ausgaben, etwa wenn sie sich bei offiziellen Anlässen von einem Familienmitglied vertreten lässt.

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Als Autofan verfügt die Queen außerdem über einen stattlichen Fuhrpark, in dem mehrere Modelle aus dem Hause Range Rover stehen, mit denen die 91-Jährige bis heute die Highlands unsicher machen soll. Außerdem parken in der privaten Garage diverse Mercedes-Benz-Fahrzeuge und unterschiedliche Ausführungen des Rolls Royce. Sehr hoch steht bei ihr auch der Spezial-Bentley im Kurs, den Volkswagen nach der Übernahme der britischen Traditionsmarke extra für die Queen angefertigt hat und mit dem sie sich gerne zu offiziellen Anlässen kutschieren lässt. Der Spleen der Königin für fahrbare Untersätze hat eine lange Tradition – schließlich war sie der erste weibliche Royal, der 1944 seinen Militärdienst antrat und sich dabei zur Kraftfahrerin und Automechanikerin ausbilden ließ.

Auf dem Rennen Royal Ascot treten auch Rennpferde der Queen an. (Bild: AFP)

Und dann gibt es da noch eine Vorliebe der Queen, die ebenfalls zu ihren persönlichen Vermögenswerten beiträgt: Die preisgekrönten Rennpferde, die sie im eigenen Stall züchten lässt und die zum Beispiel beim prestigeträchtigen Rennen Royal Ascot antreten. Die Pferde des „Royal Stud“ sind in Stallungen auf Schloss Sandringham untergebracht und sollen um die acht Millionen Euro wert sein. Dazu kommt eine äußerst wertvolle Sammlung an „Altpapier“ – die königliche Briefmarkensammlung soll einen Wert von rund 60 Millionen Euro haben. Nicht zu vergessen eine private Kunstsammlung, einige Schmuckstücke und Antiquitäten. Nicht zum Privatvermögen gehören übrigens die britischen Kronjuwelen und der Buckingham Palast.

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Selbstredend schweigt der Palast selbst über die genauen privaten Vermögensverhältnisse der Queen. Und natürlich wird es für Elizabeth II. keine Freude gewesen sein, als im Zuge der Enthüllungen rund um die „Paradise Papers“ auch ihr Name fiel. Daraus geht nämlich hervor, dass sie, respektive ihre Finanzberater, zehn Millionen Pfund (11,4 Millionen Euro) in Steueroasen in Übersee angelegt haben. Dazu ließ der Palast folgendes Statement verkünden: „Wir operieren mit einer Anzahl von Investitionen und einige davon betreffen Übersee-Fonds. Alle unsere Investitionen sind komplett geprüft und legitim.“ Und verwies auch darauf, dass die Queen seit 1992 freiwillig Steuern zahle, was sie als Monarchin gar nicht müsste. Trotzdem kann man wohl annehmen, dass der Queen nicht gerade der Angstschweiß auf der Stirn steht, wenn Post vom Finanzamt eintrudelt.

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