Wie reich ist Bundeskanzlerin Angela Merkel wirklich?

Im Vergleich mit Topmanagern verdient Merkel mäßig – anderen Staatschefs ist sie finanziell aber überlegen. (Bild: AFP)

Wenn es in stressigen Zeiten hart auf hart kommt, arbeitet sie bis zu 140 Stunden pro Woche. Alles, was über vier Stunden Schlaf hinausgeht, ist Luxus – dabei muss sie für ihre Arbeit hellwach sein. Doch was verdient Angela Merkel eigentlich als Bundeskanzlerin?

Gut 300.000 Euro brutto verdient Angela Merkel im Jahr. Diese Summe setzt sich wie folgt zusammen: 18.000 Euro bekommt sie im Monat als Bundeskanzlerin, dazu die Hälfte einer Abgeordnetendiät, also etwa 4.550 Euro. Obendrauf eine steuerfreie Kostenpauschale von 3.230 Euro.

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Der „Münchner Merkur“ schätzt, dass Angela Merkel um die 3 Millionen Euro auf der hohen Kante haben könnte. Schließlich habe sie in den Jahren zwischen 2001 und 2005 als Abgeordnete des Bundestages etwa 400.000 Euro verdient, zusätzlich zu den 550.000 Euro als Bundesministerin und für ihre Mitgliedschaft im Bund. Addiert man diese Summe zu ihrem Verdienst als Bundeskanzlerin, kommt man auf stolze 3,5 Millionen Euro. Da die Kanzlerin als ziemlich sparsam gilt, könnte sie um die 3 Millionen Euro auf dem Konto haben.

Im Vergleich mit Sparkassen-Chefs verdient Merkel mäßig

 Klingt erst einmal viel, relativiert sich aber, wenn man sich anguckt, was andere Menschen für ihre Arbeit bekommen. „Nahezu jeder Sparkassen-Direktor verdient mehr als die Kanzlerin“, sagte der frühere Finanzminister und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück einmal. Viel mehr könnte man sagen, wenn man sich die Gehaltsschecks der Manager ansieht, die diese als Chefs der öffentlich-rechtlichen Geldinstitute offenlegen müssen. Viele von ihnen haben Bruttobezüge von 500.000 Euro im Jahr. Der Chef der Hamburger Sparkasse bekommt sogar 850.000 Euro jährlich.

Macron, May & Co. – finanziell ist Merkel anderen Staatschefs überlegen

 Die genau 310.800 Euro von Angela Merkel reichen aber durchaus aus, um andere Staatschefs blass aussehen zu lassen. Das Finanzportal „Vexcash“ hat die Gehälter von 30 Staats- und Regierungschefs analysiert und herausgefunden, dass die meisten von ihnen oft erheblich weniger verdienen als die deutsche Kanzlerin. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron zum Beispiel kommt im Jahr auf nur 182.000 Euro. Die britische Premierministerin Theresa May muss sich mit 164.000 Euro zufriedengeben und Mariano Rajoy, der spanische Ministerpräsident, bekommt nur 79.000 Euro.

Kein Staatsoberhaupt verdient so viel wie der Premierminister von Singapur. (Bild: AFP)

Auf der Liste der Top-Verdiener landet Angela Merkel auf Platz fünf, verdient aber nicht viel weniger als die Politiker vor ihr: Donald Trump mit 342.000 Euro, der australische Premier Malcolm Turnbull mit 339.000 Euro und der Österreicher Alexander van der Bellen mit 328.000 Euro. Weit abgeschlagen ist nur der Politiker auf dem ersten Platz: Lee Hsien Loong. Der Premierminister von Singapur bekommt jährlich 1,4 Millionen Euro überwiesen.

Angela Merkel gilt als bodenständig und sparsam

Verdienst hin oder her, führt Angela Merkel sowieso einen Lebensstil, der nicht gerade Unmengen an Geld verschlingt. Auch im 13. Jahr ihrer Kanzlerschaft wird sie die parlamentarische Sommerpause so verbringen, wie sie es immer gemacht hat: Mit ihrem Mann Prof. Dr. Joachim Sauer fährt sie dann meist nach Südtirol, nächtigt in einem Vier-Sterne-Hotel, schmeißt sich in ihre beige Dreiviertelhose und ein kariertes Hemd und setzt sich ein verschlissenes Käppie auf. Dann wandert sie genauso ausdauernd, wie sie im Winter in ihrem Domizil nahe Sankt Moritz mit den Langlaufskiern unterwegs ist.

Angela Merkel und ihr Mann Prof. Dr. Joachim Sauer beim Wandern. (Bild: AFP)

Für die Jahre nach ihrer Regierungszeit hat sie aber noch ein paar kostspieligere Wünsche, wie sie im Gespräch mit der Zeitschrift „Brigitte“ verriet: Eine Reise in die Rocky Mountains und eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn quer durch Asien. Die dürften allemal drin sein.

Private Wohnung und Wochenendhaus: So wohnt die Kanzlerin

 Wie die Kanzlerin wohnt, zeigt ebenfalls, dass sie lieber mitten im Leben als in einer luxuriösen Blase lebt. Sie wohnt nicht im Bundeskanzleramt sondern weiterhin in ihrer privaten Wohnung gegenüber der Berliner Museumsinsel. Mit ihrem Mann bewohnt sie den obersten Stock des viergeschossigen Hauses in Berlin-Mitte, das sich zwischen „Unter den Linden“ und dem „Hackeschen Markt“ befindet. Zum Vermögen der Kanzlerin gehört auch ihr Wochenendhaus in Hohenwalde in der Uckermark, in dem sie gerne ihre Freizeit verbringt.

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Ein kleiner Ort, in dem es weder ein Café noch einen Bäcker oder Einkaufsladen gibt und wo Angela Merkel bei den Nachbarn klingelt, wenn ihr Milch oder Eier für einen ihrer geliebten Pflaumenkuchen ausgegangen sind. Hier empfängt die Kanzlerin auch Gäste. Laut dem Ex-Bundespräsidenten Horst Köhler badeten er und seine Frau mit Angela Merkel und ihrem Mann in einem der nahen Seen, aßen Merkels selbst gekochte Rouladen und die viel zitierte Kartoffelsuppe, deren Hauptbestandteil die Kanzlerin in ihrem Garten zieht.

Zu diesem unprätentiösen Lebensstil passt auch das Privatauto des Kanzlerpaares: ein einfacher VW Golf. Bleibt die Erkenntnis: Im Vergleich zu anderen Mächtigen der Welt ist Angela Merkels Vermögen zwar überschaubar, für ihre Bedürfnisse aber vollkommen ausreichend.

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