Wie reagieren die Menschen in Jerusalem?

In Jerusalem sorgt die Ankündigung des US-Präsidenten für Wut und Unverständnis unter den Palästinensern. Diese sehen in dem Ostteil ihre künftige Haupstadt, Israel hält die östlichen Viertel seit dem Sechs-Tage-Krieg besetzt.

Ein Passant sagt, "die Palästinenser und meisten Menschen in Jerusalem lehnen es ab, die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten anzuerkennen. Dazu hat er kein Recht, es ist völlig inakzeptabel."

Der Status von Jerusalem ist politisch umstritten. Vor Trumps Vorstoß erkannte nur Russland Westjerusalem als israelische Hauptstadt an. Weder Muslime noch Juden wollen ihren Anspruch auf Jerusalem aufgeben, da sich dort die wichtigsten Heiligtümer ihrer Religionen befinden.

Ein junger Mann, der in einem Geschäft arbeitet, warnt: "Der Status ist kompliziert. Die Stadt ist wichtig für Juden, Christen, Palästinenser und Muslime. Deshalb ist es schwierig, von den USA aus und aus dem Blauen heraus Jerusalem als Haupstadt Israels anzuerkennen. Diese Entscheidung steht ihm nicht zu."

Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und viele Staaten halten daran fest, Jerusalem sei ein Sondergebiet, das unter UN-Kontrolle stehen sollte. Die Botschaften der Staaten, die mit Israel Beziehungen pflegen, befinden sich fast alle in Tel Aviv.