So lange muss ein Urlaub dauern, um für echte Entspannung zu sorgen

Sind Sie schon einmal von einem herrlichen Wochenendtrip zurückgekommen und hatten das Gefühl, sich überhaupt nicht entspannt zu haben? Oder vielleicht war sogar eine ganze Woche Urlaub nicht genug?

Die gute Nachricht ist: Sie sind höchstwahrscheinlich nicht alleine mit dieser Erfahrung. Eine neue Studie hat herausgefunden, wie lange wir wirklich brauchen, bis wir uns im Urlaub entspannen können.

Im Rahmen dieser Studie, die im englischsprachigen Journal of Happiness Studies publiziert wurde, stellte sich heraus, dass es eine optimale Urlaubsdauer gibt: Ab einer gewissen Zeitspanne hat die Erholungspause den größten Effekt auf unser Wohlbefinden.

Die schlechte Nachricht ist: Die Länge sollte mindestens acht Tage betragen – also gerade einen Tag länger als die typische Urlaubszeit von einer Woche.

Wenn es nur möglich wäre, sich auf Knopfdruck zu entspannen. Foto: Getty

Die Wissenschaftler der Radboud Universität in Nimwegen, Niederlande, kamen zu diesem Ergebnis, indem sie 54 Teilnehmer aussuchten, die alle erwerbstätig und im Durchschnitt 42,5 Jahre alt waren.

Jeder dieser Teilnehmer fuhr auf einen relativ langen Ferienaufenthalt – die kürzeste Urlaubszeit betrug dabei 15 Tage, die längste 34.

Während und nach dem Urlaub maßen die Wissenschaftler das Wohlbefinden und die Gesundheit der Teilnehmer, indem sie sich auf folgende Faktoren konzentrierten: Erschöpfung, Zufriedenheit, Stimmung, Gesundheitszustand, Energieniveau und Anspannung.

Sie fanden heraus, dass sich das Wohlbefinden und die Gesundheit der Teilnehmer während des Urlaubs sehr schnell steigerten und ihren Höhepunkt am achten Tag erreichten.

Acht scheint die magische Zahl zu sein, wenn es um den Urlaub geht. Foto: Getty

Allerdings hielt die Wirkung nur kurz an: Nachdem die Teilnehmer an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt waren, waren ihr Gesundheitszustand und ihr Wohlbefinden innerhalb einer Woche wieder auf normalem Niveau.

Das wiederum brachte die Wissenschaftler auf eine interessante Idee: Vielleicht wäre es eigentlich besser, kürzere, dafür aber häufigere Urlaubsreisen einzuplanen.

Die Verfasser der Studie schreiben dazu: „Möglicherweise sind häufige Pausen wichtiger für die Erhaltung des Wohlbefindens, als die Länge eines einzigen Urlaubs.“

Aber wenn es möglich ist, länger als sieben Tage zu verreisen?

Dazu meinen die Forscher: „Entscheidend für die Intensität und Dauer des (Langzeit)-Urlaubseffekts scheinen die dort gemachten Erfahrungen zu sein – besonders Vergnügen, Entspannung, Genießen und Kontrolle spielen eine wichtige Rolle.“

Also: Am besten sofort zur Personalabteilung bezüglich dieser acht freien Tage!

Alice Sholl