Wie Klassenfahrt nur ohne Sex: Inas Nacht

Halten ein munteres Pläuschchen übers Altern und Groupiesex: Peter Maffay, Ina Müller und Adel Tawil

Es ist Samstagnacht und das bedeutet: Es ist Inas Nacht. In ihrem kleinen Kabuff „Am Schellfischposten“ sind in Hamburg die Sänger Peter Maffay und Adel Tawil zu Gast.

Peter Maffay, Jahrgang 1949, bekommt die undankbare Aufgabe mit der Gastgeberin über das Altern zu plauschen. Sie sei ja nun auch schon über 50, meint Ina Müller. Da müsse man sich mal langsam Gedanken machen. Und die macht sie sich nun mit Maffay.

Ob sein Sohn ihn pflegen würde? „Ja das würde er tun“, antwortet Maffay. Noch ist der Sohn allerdings erst 14 Jahre alt und weiß noch nichts von seinem Glück. Doch der Sänger hat zumindest generationsmäßig vorgesorgt. Müller dagegen hat ihre eigene Lösung für die Alterspflege: „Ich habe ja meinen Freund – der ist auch sehr jung.” Tatsächlich ist Johannes Oerding – ebenfalls Sänger – erst 35, hätte also Kapazitäten seine Freundin im Alter zu betüddeln. „Aber will man das?“, fragt Müller weiter. Die Antwort bleiben sie schuldig. Doch Müller sieht man es an: Sie will sowas ganz und gar nicht.

Ohne Harley in den Ruhestand

Den Motorradführerschein für seine Harley jedenfalls würde Maffay abgeben, wenn es nicht mehr geht, gibt er zu. Wie viele er davon denn jetzt noch in der Garage stehen habe? „Eine,” antwortet Maffay. „Man hat ja auch nur einen Po“, antwortet Maffay. Weise Worte und auch ein bisschen witzig. Das findet auch der Shantychor „Tampentrekker“, der bei Inas Kneipentreff vor dem Fenster nicht fehlen darf und singt: „Heute haben wir viel gelacht, denn wir sind bei Inas Nacht, hohohohohohey.“ Frei nach Dschinghis Khan.

In der Publikumsfragerunde wird es dann schlüpfrig. Was ihm an der Ina gefalle, wird Maffay gefragt. „Ihr Look“, sagt er ganz charmant und Müller, die sich wirklich viele Gedanken zu machen scheint – nicht nur über das Altern, sondern auch über ihren Look – rutscht wie ein freudiges Schulmädchen auf dem Tresen hin und her.

Und was denn sein bester Aufreißerspruch sei, fragt jemand anderes den Rocker. Da antwortet dann Müller für ihn: „So toll ist ein Rockerleben gar nicht. Nach dem Auftritt gibt es Bademantel und Käsebrote und man fragt sich, warum der Tourbus so kalt ist. Tourneen sind sowiso wie Klassenfahrt – nur ohne Sex.“ Darunter kann sich wohl jeder was vorstellen.

Adel Tawil drückt den Altersdurchschnitt

Zu der alternden Runde begibt sich in der zweiten Hälfte von Inas Nacht noch der Sänger Adel Tawil hinzu. Und erklärt sich schnell freimütig zum Sneakersüchtigen. Obwohl: Ganz so würde er es nicht bezeichnen: „Ich habe etwa 200 Stück, aber die sammle ich schon seit Jahren. Mittlerweile sind es eher Wertanlagen.“ Soso.

Außerdem war Adel Tawil (lustigster Spruch zu seinem Namen: „Adel verpflichtet“, erzählt er später. Brüller!) früher mal im Kirchenchor. Bei „Maria durch einen Dornwald ging“, habe er sogar einen Solopart übernommen. Und wie seine sanfte Stimme heute noch klingt, zeigt er mit seinem neuen Song „So schön anders“, den er „Am Schellfischposten“ performt.

Nun hat Tawil in diesem Jahr sein drittes Album veröffentlicht. „Beim ersten Album hattest du einen Blinddarmdurchbruch, beim zweiten dir den Halswirbel gebrochen. Kommt die Frage auf: Was ist beim dritten Album passiert?”, fragt Ina. Berechtigte Frage, aber Tawil scheint es gut zu gehen. Wollen wir hoffen, dass das bis Jahresende so bleibt.

Foto: Screenshot / ARD