Wie gefährlich sind Einweggrills? Der große Test!

Ein wahres Geschmackserlebnis sollte man von Fleisch, das auf Einweggrills zubereitet wird, nicht erwarten. (Bild: ddp)

Praktisch sind sie zweifellos und mit Preisen ab drei Euro auch ziemlich günstig. Aber sind Einweggrills wirklich zu empfehlen? Das NDR-Verbrauchermagazin „Markt“ hat es getestet.

Getestet wurden vier Einweggrills unterschiedlicher Preisklassen: Der Picknickgrill „Feuer und Flamme“ mit Holzkohle, den es für 2,99 Euro bei Rewe und für 4,49 Euro bei Shell gibt, „Grill Chef“ mit Holzkohle für 3,49 Euro von Real, „Activa Grillküche“ mit Kohlebriketts für 3,79 Euro von Obi und „Instant Barbecue Sofortgrill“ von BBQ-Collection mit Briketts für 9,99 Euro. Was die Redaktion des Verbrauchermagazins „Markt“ vom NDR vor allem interessierte: die Handhabung des Grills und der Geschmack des gegrillten Fleisches, getestet vom Grillweltmeister Marco Greulich, sowie die Schadstoffbelastung des Fleisches, die in einem Labor auf den Prüfstand kam.

Der Praxistest: Das teuerste Modell fällt durch

Marco Greulich aus Wiesmoor in Ostfriesland testete zuerst den „Grill Activa Grillküche“. Unten Kohle, darauf mit einem Anzünder getränktes Papier. Nach 33 Minuten sind die Kohlen so durchgeglüht, dass das Fleisch aufgelegt werden kann, nach einer Stunde und drei Minuten sind die Steaks fertig. Gefragt nach dem Geschmackserlebnis antwortet der Grillmeister: „Die chemischen Anzünder schmecken schon ein bisschen vor.“

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Besonders in der Kombination mit Fertigmarinade kein Hit. Bei den Modellen Picknickgrill „Feuer und Flamme“ und „Grill Chef“ fällt auf, dass sie nahezu identisch sind. Die dickere Aluschale sorgt für einen relativ guten Halt. Die reine Holzkohle fällt positiv auf, leider ist aber auch die mit Anzündhilfen getränkt. Der „Instant Barbecue Sofortgrill“ von BBQ-Collection mit Briketts ist von der Verarbeitung her das schlechteste und wackeligste Modell.

Die Chemie kommt geschmacklich immer durch

Durch die chemischen Anzünder brennen die Kohlen stark, nach 27 Minuten geht es los. Nach knapp 42 Minuten ist das Fleisch auf den Grills von Rewe und Real fertig: „Deutlich besser gegart und saftiger“, sagt Greulich auf den ersten Blick. Im Geschmackstest herrscht für ihn aber immer noch der Chemie-Geschmack vor. Die Koteletts auf dem Grill BBQ-Kollektion sind gute zehn Minuten später fertig. Wegen der Schmiere auf dem Rost verzichtet der Grill-Champion hier auf einen Geschmackstest.

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Das Fazit: „Technisch gesehen konnten wir das Fleisch auf jedem Grill gar bekommen. Aber ein großer Genuss war nichts davon.“ Die Gründe: Wenig Platz, die Asche weht alles voll, der Gestank der selbst zündenden Kohlen – feines Grillen geht anders.“

Das sagen die Laborergebnisse: Ein Grill über dem EU-Grenzwert

Im Labor wurden in allen Koteletts polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gefunden. Die entstehen zwar immer beim Grillen, könnten aber auch durch die mit Anzündhilfe getränkte Kohle entstanden sein. PAKs gelten als giftig und krebserregend. Die in Europa zulässigen Grenzwerte wurden nicht überschritten, aber: „Krebserregende Substanzen gehören überhaupt nicht an das Lebensumfeld des Menschen, weil das kleinste bisschen an diesen Substanzen das Risiko erhöht, an Krebs erkranken zu können“, sagt der Lebensmitteltechnologe Gary Zörner. Auch Aluminium wurde in allen vier Proben gefunden.

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EU-Grenzwert hier: Fünf Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel. Das Fleisch von drei Grills blieb unterhalb des Wertes, das auf dem „Instant Barbecue Sofortgrill“ gegrillte Fleisch lag mit 11,62 mg/kg deutlich darüber.

Jedes bisschen Alu ist schädlich

Der Lebensmitteltechnologe: „Jedes kleinste bisschen Aluminium ist ein Nervengift, was die Nerven und die Fortpflanzungsfähigkeit schädigt.“ Auch Alzheimer wird damit in Verbindung gebracht. Er kommt zu dem Schluss, dass Grillschalen dieser Art verboten werden sollten, denn: „Egal wer die Grills benutzt, man hat überhaupt nicht die Möglichkeit, irgendetwas so zu grillen, dass es nicht krebserregend durch die PAK oder nervenschädigend durch Aluminium ist.”

Tipp: Wiederverwertbare Grills gibt es auch schon für unter zehn Euro, gegen die giftigen PAKs helfen Grillschalen und man kann zu Kohle und Anzündern ohne Chemie greifen.

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