Wie "Copernicus" den Pflanzen beim Wachsen zuschaut und in Slowenien Jobs schafft

Copernicus ist das vielleicht weltbeste Kartierungssystem. Dennoch müssen die Daten, die die Satelliten liefern, optimiert werden. Das genau tut ein mittelständisches Unternehmen aus Slowenien. Wir treffen den Firmengründer. Grega Milcinski und seine Mitarbeiter haben mit Mitteln aus dem europäischen Fonds “Horizon 2020” eine Lösung zur Datenoptimierung entwickelt. Der Name: “Sentinel Hub”.

Business mit Copernicus-Daten

Copernicus ist das Erdbeobachtungsprogramm der EU. Es liefert Satellitendaten frei zugänglich für Jedermann.

Copernicus-Daten werden für verschiedene Bereiche genutzt: Land, Meer und Schifffahrt, Überwachung der Atmosphäre, Klimawandel, Notfall- und Katastrophenmanagement und Sicherheit.

Zahlreiche Firmen und Start-ups nutzen die Daten und entwickeln neue Programme und Deinstleistungen.

Nützliche Links

Copernicus

EU Raumfahrtpolitik

EU-Fonds für kleine und mittelständische Unternehmen

Der Firmengründer erklärt seine Idee: “Mit Copernicus hat die Datenmenge deutlich zugenommen. Diese frei zugänglichen Daten haben eine gute Qualität und sind daher sehr nützlich für viele Zwecke. Viele Daten sind äußerst komplex. Mit “Sentinel Hub” vereinfachen wir die Nutzung.”

Satellitendaten für Landmaschinen

Grega Milcinski hat eine Verabredung mit Friedemann Scheibler. Er vertritt einen großen deutschen Landmaschinenbauer. Durch “Sentinel Hub” hat Milcinski neue Märkte erobert. Er hat “Crop view” entwickelt: Diese Software soll die neuesten Landmaschinen effizienter machen. “‘Crop view’ nutzt die Daten von Copernicus, um Unterschiede beim Wachstum der Pflanzen und deren Entwicklungsstadium zu erkennen”, sagt Friedemann Scheibler. “Mit Hilfe dieser Daten haben unsere Anwender die Möglichkeit, ihre Felder und Ackerflächen ganz unkompliziert zu kartieren, die Daten herunterzuladen und auf ihren Landmaschinen zu installieren.”

Friedemann Scheibler ist sehr zufrieden mit diesem Programm. Vor allem, weil es sehr schnell – in gerade einmal sechs Monaten – entwickelt wurde. Für die Kunden stelle das Programm einen echten Mehrwert dar: “Man verbessert die Ernte und erhöht die Qualität. Man kann die Düngemittel effizienter einsetzen. Damit schont man auch die Umwelt.”

“Copernicus” schafft Arbeitsplätze

Das slowenische Unternehmen hat eine rasante Entwicklung genommen. Waren es vor zehn Jahren noch acht Mitarbeiter, so sind es heute 45. Firmengründer Grega Milcinski freut’s: “Wir haben mittlerweile rund 5.000 Kunden – von einer kleinen Orchideenfarm in Südafrika bis zu großen Organisationen, wie das Satellitenzentrum der EU. Alle nutzen die Daten von Copernicus. Ich finde das großartig!”