Wie Banken ihre Kunden immer mehr abzocken

Mit der neuen Netbank-Karte kann man nur einmal pro Monat kostenlos Geld abheben. (Bild: ddp)

Daran, dass die Banken ihre kostenlosen Dienstleistungen immer weiter zurückfahren, hat man sich schon fast gewöhnt. Seit einigen Monaten steht die Netbank aber besonders in der Kritik, weil ihre Kunden für normales Geldabheben zahlen müssen. Nicht der einzige Trick, mit dem die Banken die Verluste durch die Niedrigzinsen wieder hereinholen wollen.

Die Netbank ist aufs Online-Geschäft spezialisiert, schon klar. Da aber die tatsächliche Welt immer noch ziemlich analog funktioniert, heben die meisten Menschen jede oder zumindest jede zweite Woche Geld am Automaten ab. Pech, wenn man dann bei der Netbank ist.

Die nämlich hat im vergangenen Herbst die bisherige Girocard ihrer 65.000 Kunden abgeschafft und ihnen dafür eine Mastercard Debit ausgestellt. Kostenlos ist die aber nur auf den ersten Blick. Denn mit dieser neuen Karte kann man nur einmal pro Monat kostenlos Geld abheben. Für jedes weitere Mal werden drei Euro fällig.

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Immer noch geizige drei Mal pro Monat darf umsonst abheben, wer sich beim Wechsel für eine Mastercard Premium entschieden hat. Die im Gegensatz zur kostenlosen Mastercard Debit aber kostenpflichtig ist und mit einer Jahresgebühr von 100 Euro zu Buche schlägt. Laut „Bild“-Zeitung erklärte das Geldinstitut auf Nachfrage, die Kunden kämen mit der einen kostenlosen Abhebung pro Monat zurecht. Zudem rühmt sich die Netbank mit einem „sehr transparenten Preismodell“.

Wer also zu den 38 Prozent gehört, die sich laut dem Marktwächter-Team der Verbraucherzentralen dreimal im Monat Geld ziehen, muss dafür 9 Euro pro Monat bezahlen. Ein Betrag, der einem ziemlich überflüssig erscheint und vielleicht dafür sorgt, sich nach einer günstigeren Bank umzuschauen.

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Dabei ist die Netbank längst nicht das einzige Geldinstitut, das mit absurden Gebühren die Einbußen durch die Niedrigzinsen wettmachen will. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat im vergangenen Jahr einige besonders dreiste Fälle vorgestellt. Darunter die Sparkasse Köln-Bonn, die eine Gebühr von 15 Euro alleine dafür verlangte, wenn Kunden Geld auf ihr Kundenkonto einzahlen wollten.

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Wer seine Karte verloren hat, bekam von der Deutschen Bank kostenlos eine neue geschickt, während Kunden der Targobank oder Commerzbank eine solche teilweise mit 15 Euro bezahlen mussten. In puncto Überziehungszinsen kamen die Kunden der Volksbank Dortmund-Nordwest mit 12,46 Prozent besonders schlecht weg. Je nach Kontomodell kostete das „erlaubte Überziehen“ aber auch bei der Targobank zwischen 7,5 und 12,4 Prozent.

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