Wichtiger Pariser Bahnhof zur Urlaubszeit wegen Brand stundenlang außer Betrieb

Wartende Reisende am Bahnhof Montparnasse

Nach einem Brand in einem Stromversorgungszentrum ist der Zugverkehr an einem der wichtigsten Pariser Bahnhöfe stundenlang zum Erliegen gekommen. Ein Stromverteiler südwestlich von Paris sei in Brand geraten, die Stromversorgung der Bahngesellschaft SNCF unterbrochen worden und der Bahnhof Montparnasse deshalb außer Betrieb, sagte SCNF-Chef Patrick Jeantet am Freitag. Hunderte Reisende auf dem Weg in den Urlaub saßen fest.

Der Brand ereignete sich in einem Stromversorgungszentrum des Eisenbahnnetzes in Issy-les-Moulineaux, südwestlich von Paris. Auf Fotos und Videos im Kurzbotschaftendienst Twitter war zu sehen, wie riesige Rauchschwaden in den Himmel stiegen. Nach Behördenangaben mussten 2500 Menschen evakuiert werden, 16.000 Haushalte in den Pariser Vorstädten waren zeitweise ohne Strom.

Der Bahnhof Montparnasse im Süden der Hauptstadt ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt für Reisen nach Süd- und Westfrankreich. Die SNCF kündigte an, eine alternative Stromverbindung zu schaffen. Am Nachmittag sollte ein Teil der Züge wieder fahren. Außerdem sollte versucht werden, einige Züge zu einem anderen Bahnhof der Hauptstadt umzuleiten.

Dennoch sei im Laufe des Tages mit schweren Störungen im Betriebsablauf zu rechnen, teilte die SNCF mit. "Diejenigen, die ihre Reisen verzögern können, sollten sie verzögern", sagte Alain Krakovitch, ein leitender Beamter der Eisenbahngesellschaft. Am Bahnhof Montparnasse warteten hunderte gestrandete Passagiere bei Temperaturen um 35 Grad darauf, ihre Reise antreten zu können.

Im Juli und besonders im August fahren viele Bewohner der französischen Hauptstadt in Urlaub an den Strand oder aufs Land. Traditionell leert sich Paris in dieser Zeit merklich. Vor fast genau einem Jahr war der Bahnhof Montparnasse bereits Schauplatz eines ähnlichen Verkehrschaos, als es wegen technischer Probleme drei Tage lang massive Störungen gab.