Was ist wichtiger für gute Schulnoten: Selbstdisziplin oder Intelligenz? Eine neue Studie liefert die Antwort

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Intelligenz oder Disziplin – was verhilft Schülerinnen und Schülern wirklich zum Erfolg? Eine Längsschnittstudie, die kürzlich im „Journal of Youth and Adolescence“ veröffentlicht wurde, legt nahe, dass die Intelligenz ein deutlich stärkerer Faktor für höhere akademische Kompetenz und bessere Noten ist.

Das Forschungsteam der Studie, bestehend aus Alexander T. Vazsonyi, Magda Javakhishvili und Marek Blatny, machten es sich zur Aufgabe, frühere Forschungsergebnisse zu überholen und anzupassen. Insbesondere beziehen sie sich auf eine Studie aus dem Jahr 2005 der Forscherin Angela Duckworth und Martin Seligman. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten zunächst, dass Selbstdisziplin (gemessen mit Instrumenten zur Selbstkontrolle) der Schlüssel zu akademischer Leistung ist und die Auswirkung des Intelligenz-Quotienten (IQ) „übertrifft“.

Allerdings sei die Studie nur wenige Male wiederholt worden, insbesondere außerhalb Nordamerikas, was die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse eingegrenzt habe, wie "PsyPost" berichtet. Auch seien Faktoren wie Motivation in der Studie von 2005 außen vor gelassen worden.

Neue Studie und neue Ergebnisse

Um die Ergebnisse der Studie von Duckworth und Seligman zu überholen und neue Erkenntnisse zu sammeln, erhoben Vazsonyi und sein Team Daten von 589 tschechischen Jugendlichen der sechsten und siebten Klasse aus neun Schulen. Zu den Kontrollvariablen gehörten Geschlecht, Alter, sozioökonomischer Status (Familieneinkommen, Bildung der Mutter und des Vaters) sowie Familienstrukturen.

Selbstkontrolle, Schulbindung, akademische Motivation und Intelligenz wurden anhand einer Kombination aus Selbstauskünften der Schülerinnen und Schüler, Lehrkraftbewertungen, Schulverwaltungsdaten zu Leistungen und Leistungen in Ravens Progressiven Matrizen gemessen – einem Intelligenztest, der die kognitiven Fähigkeiten einer Person misst. Die Daten wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren zweimal pro Jahr erhoben, was insgesamt vier Bewertungen ergab.

Die Intelligenz eines Menschen ist nachweislich in hohem Maße vererbbar und bestimmt über die schulischen, beruflichen und gesundheitlichen Leistungen. Sie bezeichnet die Fähigkeit eines Einzelnen, komplexe Zusammenhänge zu erfassen und – unabhängig von Vorwissen – logisch zu denken. Selbstkontrolle bezieht sich auf die Fähigkeit, die eigenen Reaktionen und Reaktionstendenzen zu verändern, das Verhalten zu regulieren sowie Impulse zu kontrollieren und Konsequenzen zu bedenken.

Intelligenz sei der wichtigere Faktor

Die Ergebnisse standen im direkten Gegensatz zu den Erkenntnissen der Studie aus dem Jahr 2005. Selbstkontrolle führe bei Schülerinnen und Schülern nicht in höherem Maße zu akademischem Erfolg, als Intelligenz es tat. Die Intelligenz der Teilnehmenden war sogar der deutlich stärkere Prädiktor für schulischen Erfolg.

Die Forschenden erklären die unterschiedlichen Ergebnisse mit den unterschiedlichen Messungen der akademischen Leistung. Außerdem definierten sie in der neuen Studie den Aspekt der Selbstkontrolle genauer, anstatt sich auf den weiter erfassenden Begriff "Selbstdisziplin" zu berufen. Sie spekulierten zudem laut „PsyPost“ auch, dass die Auswirkung der Intelligenz auf schulische Leistung in verschiedenen Kulturen unterschiedlich sein könnte.

mwolf

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