„WhoppHER“ – Werbeaktion von Burger King in Saudi-Arabien geht nach hinten los

Mit seinem neuen Werbespot ist Burger King bei arabischen Frauen in ein gewaltiges Fettnäpfchen getreten (Symbolbild: Getty Images)

Die Revolution auf der Straße ist in Saudi-Arabien erst zwei Wochen her. Erstmals in der Geschichte des konservativ islamischen Landes ist es Frauen erlaubt, selbst ein Auto zu lenken. Eine Entwicklung, die sich auch der US-Burgerbrater Burger King in einer Kampagne zunutze machen wollte.

Mit einem genau eine Minute langen Werbevideo buhlt die US-Restaurantkette im Internet und in den sozialen Netzwerken um Aufmerksamkeit: Frauen setzen sich in dem Clip ans Steuer und werden von ihren männlichen Mitfahrern mit Macho-Sprüchen bei den ersten Fahrversuchen genervt.

Eine Entschädigung bekommen die Frauen im Werbevideo am Drive-in-Schalter der Burgerkette. Dort erhalten sie einen kostenlosen Whopper, den wohl bekanntesten Burger der Marke. Die Kamera zoomt auf die Papierverpackung – WhoppHER, steht dort in bunten Lettern. Und darunter: „Celebrating our driving women“.

Eigentlich soll die Werbung das neue Recht der Frauen feiern. Stattdessen ging sie voll nach hin los. Im Internet beschweren sich zahlreiche arabische Kundinnen über die Doppeldeutigkeit des Namens. Denn „to whop“ ist umgangssprachlich ein Verb, das hart schlagen bedeutet. Für sie ist der Name daher eine implizite Gewaltandrohung.

Entwickelt wurde die doppeldeutige Kampagne nach Informationen der Zeitschrift „Arabian Business“ von der deutschen Agentur Grabarz & Partner, die weltweit die Werbung der Fast-Food-Kette verantwortet. Trotz der Kundenproteste wollen weder Burger King noch die Agentur ein Statement oder eine Entschuldigung abgeben.

Dabei ist es nicht der einzige Fehltritt der Fast-Food-Kette. In Russland versuchten die Amerikaner, dem Erzrivalen und WM-Sponsor McDonald’s mit einer fragwürdigen Anzeigenkampagne die Stirn zu bieten.

Darin wurden Frauen, die sich von einem Fußballstar schwängern lassen, drei Millionen Rubel (umgerechnet etwa 41.000 Euro) und eine lebenslange kostenlose Burger-Versorgung angeboten. Nach einem fatalen Medienecho ruderte das Unternehmen zurück: „Wir entschuldigen uns für unsere Aussage. Es hat sich als zu anstößig herausgestellt“, zog Burger King die Kampagne nach dem PR-Desaster kleinlaut zurück.