WHO-Experten dürfen am Donnerstag nach China einreisen

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Warteschlange vor Corona-Testzentrum in Peking

Nach tagelanger Verzögerung hat Peking grünes Licht gegeben für den Beginn einer Mission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Erforschung der Ursprünge des Coronavirus. Die internationalen Experten können am Donnerstag nach China einreisen, wie die nationale Gesundheitskommission am Montag mitteilte. Das WHO-Team werde seine Nachforschungen in Zusammenarbeit mit chinesischen Wissenschaftlern vornehmen.

Die seit Monaten geplante WHO-Mission soll fünf bis sechs Wochen dauern, wobei die Experten die ersten zwei Wochen in Quarantäne bleiben müssen. Die Wissenschaftler sollen die Herkunft des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 erforschen.

Das zehnköpfige internationale Team, darunter der Experte Fabian Leendertz vom Robert-Koch-Institut in Berlin, wollte eigentlich bereits Anfang Januar nach China aufbrechen. Die Mission verzögerte sich aber wegen ungeklärter Visafragen. Zudem sah Peking weiteren Diskussionsbedarf hinsichtlich der "genauen Gestaltung" der Untersuchungen.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte sich am vergangenen Dienstag "sehr enttäuscht" darüber geäußert, dass Peking die Einreise der Wissenschaftler in letzter Minute abgelehnt habe. Das chinesische Außenministerium sprach indes von einem "Missverständnis".

Erstmals aufgetreten war das neuartige Coronavirus Ende 2019 in der zentralchinesischen Stadt Wuhan, von wo aus es sich in der ganzen Welt ausbreitete. Wie der Erreger von Tieren - vermutlich Fledermäusen - auf den Menschen übersprang, ist bis heute unklar.

Für China ist die WHO-Mission heikel. China sieht sich international mit Vorwürfen konfrontiert, es wolle eine Verantwortung für den Ausbruch der Pandemie vertuschen. Zunächst hatte Peking eine unabhängige internationale Untersuchung der Ursprünge des Virus verweigert.

Peking sät zudem Zweifel daran, dass das Virus überhaupt aus China stammt. Außenminister Wang Yi wiederholte kürzlich die Ansicht, dass "die Pandemie wahrscheinlich an mehreren Punkten auf der Welt begann". Zugleich präsentiert sich die chinesische Führung als Sieger im Kampf gegen das Virus.

bfi/mid