WHO: Europa trotz sinkender Corona-Zahlen immer noch "anfällig"

·Lesedauer: 1 Min.
WHO-Regionaldirektor Hans Kluge

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen in vielen Staaten Europas vor einem "falschen Gefühl der Sicherheit" gewarnt. Die zunehmende Ausbreitung ansteckenderer Varianten des Virus dürfe nicht aus dem Blick geraten, sagte WHO-Europadirektor Hans Kluge am Donnerstag in Kopenhagen. Derzeit bleibe "die überwältigende Mehrheit der europäischen Staaten weiterhin anfällig". Es sei nur ein kleiner Schritt "zwischen der Hoffnung auf das Impfen und einem falschen Gefühl der Sicherheit".

Laut WHO erhielten in 29 Staaten der WHO-Region Europa, zu der auch einige zentralasiatische Staaten gehören, bislang 7,8 Millionen Menschen die beiden für eine Immunität nötigen Corona-Impfdosen. Dies entspreche lediglich 1,5 Prozent der Bevölkerung der betroffenen Staaten. "Impfungen sind entscheidend, aber bisher reichen sie nicht aus um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen", sagte Kluge.

Der WHO-Europadirektor warnte davor, Corona-Beschränkungen vorschnell zu lockern. Immer wieder habe es bereits Fälle gegeben, in denen Länder zu schnell gelockert und das bereits Erreichte dadurch verspielt hätten. Wenn die Verbreitung des Virus nicht eingedämmt werde, könnten sich neue Mutationen ausbreiten, die die Wirksamkeit der Impfstoffe mindern könnten.

In 38 Staaten der WHO-Region Europa wurden bislang Fälle der zuerst in Großbritannien entdeckten Virus-Variante registriert, in 19 Staaten trat die südafrikanische Variante auf. Auch in Deutschland wurden die beiden Varianten B.1.1.7 und B.1.351 bereits nachgewiesen.

gt/yb