WHO appelliert an G20: Sorgt für faire Impfstoffverteilung

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GENF (dpa-AFX) - Der akute Corona-Impfstoffmangel in ärmeren Ländern bedroht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die ganze Welt. Die WHO appelliert deshalb vor dem G20-Gipfel an die 20 großen Industrie- und Schwellenländer, schnellstens zu handeln. Die Versorgung der ärmsten sei einzig eine Frage des Willens, sagte Bruce Aylward, im Führungsteam der WHO für Impffragen zu ständig, in Genf. "Denn diese 20 Länder kontrollieren die Impfstoffversorgung."

Der G20-Gipfel mit Beteiligung Deutschlands findet am Wochenende in Rom statt. Die WHO warnt davor, dass sich in Ländern mit niedriger Impfquote neue Virus-Varianten entwickeln können, die so gefährlich sind, das bisherige Impfstoffe und Medikamente dagegen nicht wirken.

In 82 Länder der Welt scheiterten höhere Impfquoten einzig am Impfstoffmangel, sagte Aylward. Diese Länder brauchten 550 Millionen Impfdosen, um das Ziel zu erreichen, bis Ende des Jahres 40 Prozent der Bevölkerung zu impfen. "Dies ist ein sehr lösbares Problem, die Zahlen sind nicht furchteinflößend", sagte er. Bis Endes des Jahres würden weltweit noch drei Milliarden Impfdosen produziert, es müsse also nur die Produktion von zehn Tagen für diese Länder zur Verfügung gestellt werden. Die G20 müssten am Wochenende einen Plan vorlegen, wo die 550 Millionen Dosen herkommen.

Durch die bisher ungleiche Verteilung von Impfstoffen und Medikamenten werde ein baldiges Ende der Corona-Pandemie verhindert, so die WHO. Das erhöhe das Risiko, dass sich neue und gefährlichere Varianten des Virus Sars-CoV-2 entwickeln, gegen die bisherige Impfstoffe und Medikamente nicht wirksam genug sind.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hat es schon oft als moralisches Versagen bezeichnet, dass die reichen Länder Impfstoffe bunkern und für Auffrischimpfungen einsetzen, während Millionen Menschen weltweit noch auf die erste Dosis warten. "Wenn die 6,8 Milliarden Impfdosen, die verabreicht wurden, fair verteilt worden wären, hätten wir das Ziel, in jedem Land 40 Prozent der Bevölkerung zu impfen, bereits erreicht", sagte er.

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