WHO: 54 palästinensische Patienten beim Warten auf Krankenvisum gestorben

Palästinensische Kinder in einem Krankenhaus in Gaza

54 Palästinenser sind im vergangenen Jahr gestorben, während sie auf ihre Ausreisegenehmigung für eine medizinische Behandlung warteten. Nur 54 Prozent der mehr als 25.000 Anträge für solche Sondervisa seien 2017 bewilligt worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag mit. Menschenrechtsaktivisten klagten, das übermäßig bürokratische System verwehre Palästinensern ihr Recht auf gesundheitliche Versorgung.

Israel argumentiert, die gründlichen Kontrollen der Anträge aus dem Gazastreifen seien aus Sicherheitsgründen notwendig. Bewohner des von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gebietes brauchen eine Genehmigung, um für medizinische Hilfe nach Jerusalem oder ins Westjordanland zu reisen. Für hochwertige medizinische Behandlungen, etwa von Krebserkrankungen, gibt es im Gazastreifen keine ausreichende Infrastruktur. Das liegt zum Teil an Israels Importverbot für medizinische Ausrüstung.

Die Zahl der Genehmigungen von Visumsanträgen ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr laut WHO um acht Prozentpunkte auf 54 Prozent gesunken. Im Jahr 2012 wurden noch 92 Prozent aller Anträge genehmigt. "Es gibt einen beunruhigenden Rückgang bei der Genehmigungsrate für Patienten", sagte der Leiter des WHO-Büros in den Palästinensergebieten, Gerald Rockenschaub. Mehrere Menschenrechtsorganisationen riefen Israel dazu auf, die Restriktionen zu lockern.