WhatsApp-Mitgründer empfiehlt: „Löscht Facebook!“

Einst kaufte Facebook Whatsapp für 19 Milliarden Dollar. WhatsApp-Mitgründer Brian Acton wurde reich – und wendet sich jetzt gegen Facebook.


Drei Worte und ein Hashtag: WhatsApp-Mitgründer Brian Acton hat auf Twitter dazu aufgerufen, Facebook zu löschen. Die Eindeutigkeit, mit der er es tut, ist bemerkenswert – ebenso die Tatsache, dass Acton sich nur selten über Twitter äußert: „Es ist Zeit“, lautet seine Aussage.

Acton hat nicht besonders viele Follower: Gerade einmal 25.300 Nutzer haben seine Twitter-Nachrichten abonniert. Dennoch hat seine Aussage besonderes Gewicht. Denn das Unternehmen, das Acton mitgegründet hat, gehört mittlerweile Facebook. 2009 hatte Acton mit Jan Koum WhatsApp ins Leben gerufen. 2014 machte der Verkauf an Facebook die beiden zu Milliardären. Sie erhielten für den Nachrichtendienst mehr als 19,3 Milliarden US-Dollar.


Anlass zu Actons Aufruf ist der Skandal um die Analysefirma Cambridge Analytica, die Zugriff auf Facebook-Daten von bis zu 50 Millionen Menschen gehabt haben soll. Auch in Deutschland hat es der Hashtag #deletefacebook am Mittwoch unter die Top-Trends der meistdiskutierten Themen bei Twitter geschafft.

Seit Herbst 2017 arbeitet Brian Acton nicht mehr für WhatsApp, Koum hingegen immer noch. Acton hat aus seinem Vermögen 50 Millionen Dollar in die Nachrichtenapp Signal investiert.

„Wir wollen eine nachhaltige Technologie schaffen, die die Nutzer respektiert und nicht darauf angewiesen ist, ihre persönlichen Daten wie eine Ware zu verkaufen“, schrieb der Ex-Yahoo-Manager damals in einem Blogeintrag. Auch damit hatte er sich klar von Facebook distanziert.

Whistleblower Edward Snowden empfiehlt Signal als sicheres Kommunikationsmittel. Er hat Facebook im Zusammenhang mit dem Datenskandal auch erneut scharf kritisiert. „Facebook verdient Geld, indem intime Details über das Privatleben von Millionen Menschen missbraucht und verkauft werden, weitaus mehr als die Details, die sie freiwillig posten. Facebook ist kein Opfer, sondern ein Komplize“, twitterte er.