WFP: 300 Millionen bedürftige Kinder wegen Coronavirus ohne Schulessen

Schüler in Nairobi beim Mittagessen

Wegen der weltweiten Schulschließungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie sind nach Angaben des UN-Welternährungsprogramms (WFP) etwa 300 Millionen bedürftige Grundschulkinder ohne Schulessen. Zusätzlich zum Unterrichtsausfall versäumten die Kinder auch das kostenlose Mittagessen in der Schule, erklärte das WFP am Freitag. Die UN-Einrichtung prüft nun alternative Wege, um Kinder außerhalb der Schule mit Essen zu versorgen, etwa die Ausgabe von Gutscheinen.

"Aufgrund der COVID-19-Pandemie versäumen nun etwa 300 Millionen Grundschulkinder das Schulessen, auf das sie angewiesen sind", sagte WFP-Sprecherin Elisabeth Byrs in Genf. Die Zahl der Betroffenen werde in den nächsten Tagen und Wochen noch steigen.

"Wir können zum Online-Lernen übergehen, aber nicht zum Online-Essen. Wir brauchen Lösungen", sagte Carmen Burbano, Direktorin der WFP-Abteilung für Schulessen, der Nachrichtenagentur AFP. Dem WFP zufolge müssen derzeit mehr als 860 Millionen Kinder - etwa die Hälfte aller Schüler weltweit - wegen des Coronavirus zuhause bleiben.

Die Regierungen mehrerer wohlhabender Länder wie die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und Kanada haben bereits Maßnahmen aufgesetzt um sicherzustellen, dass arme Schulkinder nicht ohne warme Mahlzeit bleiben. Schlechter ist die Situation allerdings in Ländern, die von extremer Armut und bewaffneten Konflikten betroffen sind.