Wettmanipulation: Mega-Strafe für Albanien-Klub Skenderbeu? Goal spricht mit Kapitän Marko Radas

Droht dem albanischen Fußball ein riesiger Wettskandal? Laut Medienberichten wird Skenderbeu mit einer Mega-Strafe belegt, die es so noch nicht gab.

Droht dem siebenmaligen albanischen Meister Skenderbeu die höchste Strafe in der Geschichte des Fußballs? Laut albanischen Medienberichten wird der Klub wegen Wettmanipulation von der UEFA für zehn Jahre von allen europäischen Wettbewerben ausgeschlossen und muss zusätzlich eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro zahlen. 

Der Vorwurf bezieht sich unter anderem auf ein Spiel aus dem Jahr 2015. Damals traf Skenderbeu in den Champions-League-Playoffs auf Dinamo Zagreb. Nachdem das Hinspiel bereits mit 2:1 an den kroatischen Vertreter ging, lag Skenderbeu auch im Rückspiel kurz vor Schluss mit 1:3 zurück. Den Albanern wird vorgeworfen, den Gegner damals in Überzahl absichtlich das 4:1 erzielt lassen zu haben. Genau darauf gab es zu diesem Zeitpunkt auffällig viele Live-Wetten, die durch den Treffer von Zagrebs El Arbi Hillel Soudani letztlich aufgingen.

Noch hat die UEFA keine endgültige Entscheidung getroffen, auch auf Goal-Nachfrage betonte der Verband, noch kein Urteil gefällt zu haben. Am späten Freitagnachmittag wurde indes offiziell mitgeteilt, dass die Ermittlungen aufgenommen wurden. Außerdem schrieb die UEFA in ihrem Statement, dass es aufgrund dieses Falls zu Morddrohungen gegen die Beauftragten der Untersuchung gekommen sei.

Goal hat sich derweil exklusiv mit Skenderbeu-Kapitän Marko Radas über die Vorwürfe unterhalten. "Diese Nachricht beherrschte hier in Albanien in den letzten Tagen die Schlagzeilen", sagte der kroatische Verteidiger gegenüber Goal. "Tatsache ist, dass die UEFA bislang aber keine Strafe ausgesprochen hat, sie wurden nur von der Anti-Wettmanipulation-Organisation Federbet darauf aufmerksam gemacht."

"Für mich ergibt das keinen Sinn", fuhr er fort und erklärte: "Für diese Spiele (gegen Crusaders, Sporting, Lok Moskau und Dinamo Zagreb, Anm. d. Red.) wurden wir bereits 2016/17 für Europa gesperrt. Wenn es damals irgendwelche Anzeichen gegeben hätte, hätten sie uns länger gesperrt."

UEFA-Urteil steht noch aus

Doch in diesen Tagen wurden sie darüber informiert, dass die Ermittlungen neu aufgerollt und vertieft werden würden, so Radas weiter. Nun bleibt Skenderbeu nur übrig, auf das Urteil der UEFA zu warten.

"Ich hatte nie das Gefühl, dass meine Teamkollegen etwas manipulieren würden oder nicht ihr Bestes geben", erklärte er abschließend und ergänzte: "Ich persönlich habe mir definitiv nichts vorzuwerfen, aber ich würde auch nicht meine Hand ins Feuer legen, ob das bei jedem meiner Mitspieler der Fall ist ..."

Ob es nun zu der oben genannten Strafe gegen den gesamten Verein kommt, wird sich bald entscheiden. Radas plädiert jedenfalls dafür, dass nur die konkret verantwortlichen Spieler gesperrt werden sollten.