Wetter: Der Klimawandel lässt grüßen - Starkregen dauert weiter an

Die Rechnung ist wissenschaftlich zwar nicht ganz so einfach, dennoch kann man grob sagen: Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit als kältere Luft aufnehmen. Die Temperaturen haben sich global in den vergangenen Jahren immer weiter erhöht. Dadurch gelangt mehr Feuchtigkeit in die Atmosphäre und es kann mehr Regen fallen. Die Folgen spüren wir in diesem Sommer – wie auch schon im vergangenen Sommer: Die Starkregen-Ereignisse nehmen dramatisch zu.

Allein in Berlin fiel in diesem Sommer schon deutlich mehr als die gesamte halbe Jahresmenge. Und es geht weiter. Zu den bereits gefallenen Regenmengen erwarten wir bis Donnerstag noch einmal bis zu 100 Liter pro Quadratmeter. Wir befinden uns mitten in den Auswirkungen des Klimawandels!

„Die Wetterlage ist in diesem Sommer wirklich extrem, auch wenn einige meiner Kollegen aus der Wetterbranche das den Menschen noch als „normalen“ Sommer verkaufen möchten. Der Blick auf die Vielzahl an Rekord-Niederschlagsmengen sagt alles: dieser Sommer ist nicht „normal“. Schon im Sommer 2016 war eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Starkregenereignissen festzustellen. Dies setzt sich auch in diesem Sommer fort. Heute und morgen trifft es erneut den Osten und Westen mit teils heftigen Niederschlägen. Es gelten bereits großflächig Unwetterwarnungen, ja sogar Warnungen vor extremen Unwetter sind derzeit aktiv. Sonntag wird es dann wieder blitzartig Hochsommer und die Temperaturen springen im Südwesten auf über 30 Grad“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Berlin wurde am Wochenende von starken Regenfällen heimgesucht (Bild: dpa)

Das sind einige Niederschlagssummen der vergangenen 12 (!!!) Stunden (Montag 20 Uhr bis Dienstag 8 Uhr):

Brocken 102 Liter pro qm
Artern (Thüringen) 97 Liter pro qm
Berlin-Schönefeld 54 Liter pro qm
Potsdam (Brandenburg) 52 Liter pro qm

So geht es in den nächsten Tagen weiter:

Dienstag: 11 bis 21 Grad, Ekel-Tief Alfred macht weite Teile Deutschlands nass, lokal scheint aber auch mal kurz die Sonne vom Himmel
Mittwoch: 12 bis 26 Grad, am Rand der Regenwolken scheint auch mal die Sonne und es wird warm, sonst eher viele Wolken und nass
Donnerstag: 17 bis 25 Grad, es fällt noch weiterhin Regen, doch nimmt die Intensität langsam ab
Freitag: 18 bis 24 Grad, zeitweise scheint auch mal wieder die Sonne
Samstag: 17 bis 28 Grad, aus Westen zieht nach freundlichem Start wieder Regen auf
Sonntag: 24 bis 33 Grad, vielfach sonnig, trocken und sehr warm
Montag: 24 bis 33 Grad, anfangs freundlich, später neue Schauer und Gewitter, auch Unwetter sind wieder möglich

„Der erneute Anlauf des Hochsommers scheint allerdings ebenfalls nicht von langer Dauer gekrönt zu sein. Es deuten sich auf für die nächste Woche neue starke Niederschläge an“, warnt Wetterexperte Jung.

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