Wettbewerb: Schüler der Liebfrauenschule planen Stundenplan-App

In der Liebfrauenschule machten 28 Schüler bei Business@School mit.

Als sie hörten, dass sie den schulinternen Wettbewerb Business@School gewonnen hatten, schienen Robert Amelung, Sarah Deubner, Per Starke, Laetitita Breitenbach und Milan Schaffrath fast ein wenig unter Schock zu stehen. Wie in Trance nahmen sie ihre Urkunden entgegen. Dann aber brach sich die Freude Bahn. Sie warfen ihre Arme hoch, jubelten laut, fielen Mitschülern und Eltern um den Hals. Die Elftklässler hatten mit ihrer Geschäftsidee die neunköpfige Jury überzeugt – eine Smartphone-App für Schüler auf den Markt zu bringen, die mehr kann als bloße Stundenplanung.

Der Lohn ist die Teilnahme an der nächsten Runde: Der Regionalentscheid NRW-Süd findet am heutigen Nachmittag (Donnerstag, 4. Mai) in Köln statt – im Irmgardis-Gymnasium in Bayenthal. Das Bundesfinale ist am 19. Juni in München. Seit vielen Jahren beteiligt sich die Liebfrauenschule alljährlich bei Business@School, es war das 14. Mal, in der Vergangenheit konnten schon mehrmals Schulteams erste Plätze belegen.

Es handelt sich um einen Schülerwettbewerb im Bereich Ökonomie. Die Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG) rief ihn 1998 ins Leben, organisiert ihn nach wie vor. Schüler der gymnasialen Oberstufe sollen bei einem Planspiel, das über ein Schuljahr läuft, unternehmerisches Denken einüben. Es bleibt nicht bei der Laborsituation, die Jugendlichen müssen Kontakt mit Zulieferfirmen aufnehmen, Stückzahlen und Produktionskosten aushandeln, Vorverträge abschließen. Die Möglichkeit steht im Raum, vielleicht wirklich eine eigene Firma zu gründen.

Idee einer Stundenplan-App begeisterte die Jury

An der Liebfrauenschule nahmen in diesem Jahr 28 Schüler der elften Jahrgangsstufe teil, sie bildeten fünf Gruppen, entwickelten jeweils eine eigene Geschäftsidee. Beim Finale präsentierten die Teams einen detaillierten Businessplan als Powerpoint-Vortrag. In der Jury saßen unter anderem der Medienmanager Paul Prandl, Nils Kaschner, Finanzvorstand der Axa-Versicherung, Bruno Hollweger von der Kölner Bank und die Unternehmensberaterin Pia von Gizycki. Von der Idee des Siegerteams, ihre Stundenplan-App namens „Scoobac“ mit einer Online-Bestell-Funktion auszustatten, waren die Experten beeindruckt.

„Warum sind andere Mitbewerber nicht schon längst auf diese Idee gekommen?“, wunderte sich ein Juror. „Das fragen wir uns auch“, so die schlagfertige Antwort. Applikationen fürs Smartphone, die die Stundenplanung erleichtern, gibt es längst, doch sind sie nicht ausgereift. Die Liebfrauenschüler entwickelten die Grundidee weiter. Mit der App lässt sich nicht nur der Stundenplan verwalten, man kann damit auch bei Amazon Schulmaterialien ordern. Bei jeder dieser Online-Bestellungen geht eine Provision an die App-Firma. Lehrbücher vom Sofa aus zu ordern, sei für Schüler bequemer als einen Laden aufzusuchen, so die Erwartung. „Ihr habt begriffen, wie die Digitalwirtschaft funktioniert, man stellt eine Plattform bereit, erst im zweiten Schritt wird Geld verdient“, lobte Kaschner. Amazon hat bereits Interesse signalisiert.

Eine weitere Idee aus der Schule: Caroline Thiermann hatte mit ihrem Team über eine Alternative zum Reißverschluss gebrütet: Zwei Polyesterstreifen, auf denen jeweils Magnetnoppen sitzen, sodass sich eine Taschenöffnung wie von Zauberhand schließt. „Am schwierigsten war es, eine gute Produktidee zu finden“, sagte die 17-Jährige. „Wir haben viele Ideen wieder verworfen, denn immer wenn wir googelten, mussten wir feststellen, dass es das schon gab.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta