Werner schießt RB Leipzig auf Achtelfinal-Kurs

Timo Werner traf doppelt beim Sieg von RB Leipzig in Neapel

Vizemeister RB Leipzig hat das Stadio San Paolo im Sturm erobert und sich sehr gute Chancen auf das Achtelfinale der Europa League erspielt.

Beim italienischen Tabellenführer SSC Neapel siegte das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl im Hinspiel der Zwischenrunde nach starker Leistung mit 3:1 (0:0). (Ergebnisse und Spielplan)

"Wir haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert. Wir mussten eigentlich schon in der ersten Halbzeit in Führung gehen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Neapel viele Chancen herausgespielt hat", sagte RB-Stürmer Yussuf Poulsen bei SPORT1. "Wir gehen mit einem guten Gefühl nach Hause. Drei Tore sind natürlich viel wert, gerade in so einem Wettbewerb. Und zuhause sind wir sehr stark. Wir haben jetzt einen großen Vorteil."

Hasenhüttl: Sieg in der Höhe verdient

Durch den Erfolg beim Favoriten reicht den Sachsen am kommenden Donnerstag beim zweiten Duell im heimischen Stadion ein Remis zum Weiterkommen. 


RB-Trainer Ralph Hasenhüttl war nach dem Spiel zufrieden. "Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht. Neapel war fußballerisch ein starker Gegner, aber wir waren vor allem im Spiel gegen den Ball sehr diszipliniert und intelligent. Es war ein – auch in dieser Höhe – verdienter Sieg. Wir hätten schon vor dem Gegentor führen müssen, haben viele gute Chancen liegengelassen, dann aber eiskalt zurückgeschlagen. Auf dem Platz habe ich den Spielern zu einem sehr guten Vortrag gratuliert", sagte Hasenhüttl zu SPORT1.

Zudem lobte er die Entwicklung seiner Mannschaft: "Man hat gesehen, dass wir Rückschläge besser wegstecken. Das war heute wichtig, dass wir das können. Wir haben heute sehr diszipliniert verteidigt und die Ballgewinne gut ausgespielt. Der Plan hat heute generell gut funktioniert."

SPORT1 das Rückspiel des BVB bei Atalanta Bergamo am 22. Februar 2018 in der Runde der letzten 32 der Europa League ab 21.05 Uhr LIVE im TV auf SPORT1. Highlights der anderen Spiele ab ca. 23 Uhr im TV auf SPORT1. (Der Countdown zur besten UEFA Europa League aller Zeiten beginnt bereits ab 19 Uhr)

Werner leitet Wende ein

Im spärlich besuchten Stadion erzielte Adam Ounas (52.) die Führung der Gastgeber, ehe Nationalspieler Timo Werner (61.) ausglich. Das umjubelte Siegtor schoss RB-Flügelspieler Bruma (74.). Werner erhöhte (90.+3) kurz vor dem Schlusspfiff. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)


Im Falle des Achtelfinal-Einzugs kann RB mit 30-jähriger Verspätung den 1. FC Lokomotive Leipzig rächen. Der Stadtrivale war 1988 gegen Napoli um Klubikone und 1986er-Weltmeister Diego Maradona in der zweiten Runde des UEFA-Pokals ausgeschieden, den SSC später auch gewann.

In der Hauptstadt Kampaniens setzte Hasenhüttl gegen die aktuelle SSC-Mannschaft auf Kontinuität. Nur einen Wechsel in der Anfangself nahm er im Vergleich zum 2:0-Sieg in der Liga gegen den FC Augsburg vor. Marcel Sabitzer kam für den gesperrten Stefan Ilsanker ins Team. Spielmacher Emil Forsberg stand zum ersten Mal nach seiner langwierigen Bauchmuskelverletzung wieder im Kader und saß zu Anfang zunächst auf der Bank.


Wechselfreudiger war Napolis Trainer Maurizio Sarri, er schonte wie angekündigt einige seiner Leistungsträger für die schweren kommenden Aufgaben in der Serie A. Neben dem ohnehin fehlenden Anführer der Offensive, dem gelbgesperrten Belgier Dries Mertens, gehörten Stammspieler wie Lorenzo Insigne und die Mittelfeldlenker Allan und Jorginho nicht zur Startformation.

RB startet druckvoll

Das Fehlen einigers Stars war dem Favoriten zu Beginn anzumerken, Leipzig erwischte den besseren Start. Werner (2.) zielte nach einem starken Konter nur knapp am Tor vorbei und prüfte SSC-Torwart Pepe Reina infolge des anschließenden Eckballs per Volleyschuss. Neapel versuchte im Anschluss immer wieder, schnell zu kombinieren, ließ vorerst die Konsequenz im letzten Drittel vermissen. RB war gefährlicher und hatte durch Bruma (13.) und Yussuf Poulsen (18.) weitere Chancen.

Die erste gute Möglichkeit kreierten die Gastgeber durch Jose Callejon (20.), der RB-Keeper Peter Gulacsi prüfte. Der Spanier hatte eine Lücke in der RB-Abwehr gefunden, die Hasenhüttl in den vergangenen Wochen verstärkt in den Fokus gerückt hatte. Aus einer kompakten Defensive sollen pfeilschnelle Gegenangriffe folgen. Das beherzigten seine Spieler im ersten Durchgang und drangen mehrmals gefährlich vor. Lediglich der Abschluss fehlte.

Neapel schlägt aus dem Nichts zu

Das rächte sich nach Wiederanpfiff. Zunächst konnte keins der Teams so recht überzeugen, bevor Ounas platziert ins lange Eck setzte - Keeper Gulacsi war chancenlos.


Leipzig bemühte sich, den Schock des Gegentors schnell abzuschütteln und hatte durch Poulsen (57.), dessen Schuss Reina aus nächste Nähe parierte, eine große Chance zum Ausgleich.

Offen rannten die Gäste an und drückten vehement auf ihren Treffer. Auch nach Werners Tor blieb RB das dominierende Team, Neapel war jedoch immer eine diffuse Gefahr. Nur knapp und mit größter Mühe entschärfte Gulasci einen Versuch des eingewechselten Insigne (70.), bevor Bruma traf.