Nouri weg - Chance für Jahrgangsbesten Kohfeldt

Florian Kohfeldt freut sich über seinen ersten Sieg als Cheftrainer von Werder Bremen

Nach dem 0:3-Debakel gegen den FC Augsburg am Sonntag hat Werder Bremen am Montagmorgen die Reißleine gezogen und sich von Trainer Alexander Nouri und dessen Assistenten Markus Feldhoff getrennt.

Werder steht nach zehn Spieltagen noch immer ohne Sieg da und hat erst drei Treffer erzielt. (Die Bundesliga-Tabelle).

Mindestens bis zum kommenden Bundesligaspiel am Freitag gegen Eintracht Frankfurt übernimmt U23-Trainer Florian Kohfeldt unterstützt von seinem Co-Trainer Thomas Horsch und U17-Co-Trainer Tim Borowski die Trainingsgestaltung. 

Baumann hofft auf Impuls der neuen Trainer

"Wir sind der Überzeugung, dass dieses Trainerteam in den kommenden Tagen einen wichtigen Impuls setzen kann und die Verunsicherung in der Mannschaft auflösen kann", erklärte Geschäftsführer Frank Baumann. "Wir nehmen aber die Mannschaft mit in die Pflicht und erwarten am Freitag eine Reaktion."


Nouri habe "in der vergangenen Saison eine sehr schwere Aufgabe übernommen und sie erfolgreich gemeistert. Dafür möchten wir uns bedanken. Er bringt alles mit, was einen erfolgreichen Trainer ausmacht. Ich bin sicher, dass er seinen Weg erfolgreich an anderer Stelle fortsetzen wird."

Nouri "hat Verständnis gezeigt"

Nouri hatte im September 2016 den Trainerposten von Viktor Skripnik übernommen - zunächst als Interimscoach, ab Oktober schließlich als Cheftrainer. Dank einer starken Rückrunde führte er Werder ins gesicherte Mittelfeld. An diese Leistungen konnte das Team in dieser Saison jedoch zu keinem Zeitpunkt anknüpfen.

"Die Entwicklung der Mannschaft ist seit Sommer stagniert. Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass wir in der vorhandenen Konstellation nicht aus der Situation herauskommen", erklärte Baumann am späten Montagvormittag dann. "Alex hat Verständnis für die Entscheidung gezeigt und der Mannschaft viel Erfolg gewünscht."

Auf seiner Facebook-Seite verabschiedete sich Nouri am Mittag: "Bis zuletzt habe ich an uns geglaubt. Gerne hätte ich das Team noch weiter begleitet. Ein Teil von mir wird immer grün-weiß bleiben." Den Dank an die Bremer Fans verband der Coach allerdings mit einem Appell: "An einige wenige: Bedenkt bitte In Zukunft, dass Spieler wie Trainer Menschen sind und immer ihr Bestes geben wollen. Da ist nicht jedes 'Arschloch' oder gar Häme angebracht." 

Koller als Nachfolger hoch gehandelt

Die Entscheidung über die dauerhafte Nachfolge Nouris wollen die Bremer in der Länderspielpause treffen. "Wir lassen uns da aber nicht unter Druck setzen", kündigte Baumann an. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass Kohfeldt dauerhaft bleibt. Er ist ein junger, innovativer Trainer mit klarer Ansprache. Wir trauen ihm zu, kurzfristig einen Impuls zu setzen. Wir haben wenig Zeit. Deshalb war es wichtig, dass er die Mannschaft kennt." Parallel werde der Markt sondiert, das sei mit Kohfeldt klar abgesprochen. 

"Es gibt Trainer, die frei verfügbar sind, aber auch welche, die unter Vertrag stehen", meinte Baumann.


Nach SPORT1-Informationen hat Marcel Koller, der ehemalige Nationaltrainer Österreichs, gute Chancen auf die Nachfolge Nouris. Als weitere Kandidaten gelten auch Bruno Labbadia, Markus Weinzierl, Rene Weiler, Andre Schubert oder Jeff Saibene von Arminia Bielefeld.

Sogar über eine Rückkehr von Altmeister Thomas Schaaf wird bereits spekuliert. 

Kohfeldt Jahrgangsbester 2015

Kohfeldt hatte von 2014 bis 2016 bereits im Trainerteam von Viktor Skripnik gestanden und anschließend die U23 übernommen, die er zum Klassenerhalt in der 3. Liga führte. 2015 hatte der 35-Jährige alte Kohfeldt den Fußballlehrer-Lehrgang als Jahrgangsbester abgeschlossen. 

Ex-Nationalspieler Borowski hat laut Baumann "viel erlebt und kann mit seiner Art helfen, neue Impulse zu setzen." Die U23 übernimmt vorerst Mirko Votava, unterstützt vom routinierten Angreifer Rafael Kazior.