Bei dieser Werbung für eine schwangere Ken-Puppe handelt es sich um Satire

Hunderte User haben im Juni Bilder und Videos einer schwangeren Ken-Puppe auf Facebook geteilt. Diese habe das Unternehmen Mattel herausgebracht. Tatsächlich handelte es sich dabei aber um einen Satirebeitrag und keine echte Werbung. Mattel, der Hersteller von Barbie und ihrem männlichen Gegenstück Ken, dementierte, die Puppe produziert zu haben.

Hunderte Nutzerinnen und Nutzer haben Bilder und Videos der schwangeren Ken-Puppe auf Facebook geteilt (hier, hier, hier). Hunderttausende sahen entsprechende Postings auf Telegram, Dutzende auf Twitter.

Die Behauptung: "Mattel hat jetzt eine neue Puppe herausgebracht, es ist Ken, der schwangere Mann", heißt es zu Bildern einer männlichen schwangeren Puppe. "Trans-Inklusion" nenne sich das, wird dazu erläutert. Auch ein vermeintliches Werbevideo wird dazu geteilt, in dem Mattel die Puppe vorstellen soll.

User nutzen in den Beiträgen sich übergebende Emojis und interpretieren die Meldung als echt. "Die Perversion schreitet voran", heißt es unter einem Posting. "Wann endet endlich dieser Schwachsinn?", fragt ein anderer.

Facebook-Screenshot der Behauptung: 17.06.2022

Mattel dementiert Herstellung der Puppe

Die Ken-Puppe wird ebenso wie Barbie vom US-Spielzeughersteller Mattel produziert. Auf AFP-Anfrage erklärte ein Sprecher des Unternehmens am 15. Juni zu dem Video: "Die schwangere männliche Puppe ist kein Mattel-Produkt."

Auch bei einer Suche auf der Website des Herstellers konnte AFP keine ähnlichen Produkte ausfindig machen. Tatsächlich findet sich dort aber ein Hinweis zu dem in jedem Juni stattfindenden Pride Month, in dem die LGBTQI-Bewegung gefeiert und weiterhin bestehende Diskriminierung angeprangert wird. Mattel schreibt online: "Wir unterstützen und feiern die LGBTQ+-Community heute und jeden Tag".

Bilder stammen von Satire-Website

Eine Google-Suche nach dem Begriff "pregnant Ken" führt zum Ursprung des Videos und der Bilder auf der Website "The Babylon Bee". In der Seitenbeschreibung heißt es, die Website publiziere "Fake News, denen du vertrauen kannst" und es sei "die beste Satire-Seite der Welt".

Das Video der schwangeren Ken-Puppe wurde am 7. Juni 2022 auf dem YouTube-Kanal von "The Babylon Bee" hochgeladen. In der Beschreibung heißt es dazu: "Um den Pride Month zu feiern, hat Mattel seine allererste schwangere Männerpuppe herausgebracht." Im Beitragstext findet sich zwar kein Satire-Hinweis, mehrere Gewaltszenen in dem Video legen jedoch nahe, dass es sich nicht um eine authentische Werbung von Mattel handelt. Beispielsweise schlägt Ken Barbie in der Mitte des Videos mehrmals ins Gesicht.

Auch in der Vergangenheit produzierte "Babylon Bee" bereits ähnliche Satirebeiträge. So finden sich dort auch ein Video, das Trans-Charaktere in einer vermeintlichen Werbung der Süßigkeitenmarke M&M zeigen soll. Immer wieder interpretierten User Satirebeiträge von "Babylon Bee" als echte Nachrichten, so etwa einen Text über den angeblichen Ausspruch von Papst Franziskus, wonach es eine Sünde sei, sich nicht impfen zu lassen.

Barbies Schritte zu mehr Inklusion

Obwohl die schwangere Ken-Puppe nicht von Mattel produziert wurde, hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren Bemühungen unternommen, sich inklusiver aufzustellen. So wurden beispielsweise Puppen mit unterschiedlichen Körpertypen, Hautfarben oder Puppen mit Behinderungen auf den Markt gebracht. Im Mai 2022 brachte Barbie auch eine der Schauspielerin Laverne Cox nachempfundene Puppe heraus. Die Transfrau ist durch ihre Rolle in der Serie "Orange Is the New Black" bekannt.

Fazit: Bei den Bildern und Videos einer schwangeren Ken-Puppe handelt es sich um Ausschnitte aus einem Satirebeitrag der Website "The Babylon Bee". Der US-Hersteller Mattel dementierte gegenüber AFP, die Puppe auf den Markt gebracht zu haben.

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