Werbekampagne mit schwulem Paar kostet Unternehmen 14.000 Instagram-Follower

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Viele Internetnutzer fühlen sich von der Darstellung sich küssender Männer angegriffen oder abgestoßen. (Bild: Screenshot Instagram/@suitsupply)

Auch im Jahr 2018 sind zwei sich küssende Männer noch Anlass genug für Empörung im Netz – das musste auch der Herrenausstatter Suitsupply feststellen. Bereuen dürfte er seine aktuelle Kampagne dennoch nicht.

Zwei Männer stehen an einem pompösen Pool, der eine legt die Hand auf die nackte Brust des anderen und sie küssen sich – es sind Bilder wie diese, die aktuell für zahlreiche Hassnachrichten gegen das niederländische Modelabel Suitsupply sorgen. Im Rahmen der aktuellen Werbekampagne „Find your perfect fit“ zeigt das Unternehmen homosexuelle Paare – und verlor damit seit dem Kampagnenstart am 21. Februar über 14.000 Instagram-Follower, wie das Nachrichtenportal „DutchNews“ berichtet.

„Die Anziehung zwischen Menschen ist ein wichtiger Aspekt der Modewerbung. Eine Kampagne, die die Anziehung zwischen Männern zeigt, war lange überfällig und besonders wichtig für unsere Marke“, erklärt Suitsupply-Gründer Fokke de Jong gegenüber „indy100“. Die Darstellung körperlicher Zuneigung zwischen Männern sorgte anfangs vor allem für Aufregung und Anfeindungen, mit denen das Label jedoch gerechnet hatte: „Das war etwas, das wir erwartet hatten, da es ein Thema ist, das vielen Menschen persönlich sehr nah geht“, so de Jong.

Mittlerweile finden sich auf den Social-Media-Kanälen von Suitsupply auch viele positive Nachrichten von Nutzern, welche die Aktion des Unternehmens unterstützen. „Ich bin total sprachlos und begeistert! Verdammt guter Job“, schreibt ein Facebook-User. „Großartige Werbung. Mal sehen, wie viele Leute sich davon angegriffen fühlen. Die wollt ihr eh nicht als Kunden“, ergänzt ein anderer. Die Werbeplakate der Kampagne sind in 22 Ländern zu sehen, wie „DutchNews“ berichtet – jedoch nicht in Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo Homophobie noch weit verbreitet ist.

Auch trotz verlorener potenzieller Kunden und negativem Feedback ist die neue Kampagne dank der großen medialen Aufmerksamkeit ein gelungener Werbecoup für Suitsupply. „Die Tatsache, dass wir eine Debatte entfacht haben, macht es relevant“, bestätigt Fokke de Jong der niederländischen Abendzeitung „NRC“. „Aber ich denke nicht, dass unsere Verkaufszahlen kurzfristig hochgehen werden, wenn ich mir die Reaktionen ansehe.“

„Hey Suitsupply, verkauft ihr in dieser Saison Anzüge oder Misogynie? Ich frage nur, damit ich die passenden Accessoires wählen kann.“

Bereits 2016 machte Suitsupply mit einer Werbekampagne Negativ-Schlagzeilen: Die Kampagne „Toy Boy“ zeigte Miniatur-Männer, die auf Frauenkörpern herumkletterten wie auf einem Spielplatz und brachte dem Unternehmen Kritik und Sexismus-Vorwürfe ein.

„Werbereklame in Amsterdam. Braucht ihr wieder kostenlose Publicity, Suitsupply?“