Wer wird Millionär: Wie reich Aktionäre mit einem Investment in Apple, Amazon, Microsoft, Google und Facebook geworden wären

Nils Jacobsen
Wirtschaftsjournalist und Techblogger
Vereint inzwischen Soft- und Hardware: Tech-Gigant Microsoft. (Foto: © Microsoft)


Die „Großen Fünf“ der Tech- und Internet-Industrie dominieren die Weltwirtschaft wie nie zuvor. Apple, Google, Microsoft, Amazon und Facebook sind die fünf wertvollsten Konzerne der Welt – und haben ihre Aktionäre reich gemacht, wenn man denn rechtzeitig dabei war. Ein Blick auf die Aktienentwicklung seit den Börsengängen.

Die Welt der Börse ist vielen Deutschen besonders suspekt. In fast keinem anderen europäischen Land ist die Zahl der Aktionäre gemessen an der Bevölkerung kleiner – im vergangenen Jahr besaßen weniger Bundesbürger Aktien als noch 1999, zu tief verwurzelt scheint die Angst vor Verlusten.

Die Vorurteile halten sich schließlich hartnäckig: Die Börse gilt vielen als Ort der Zockerei, an der Crashs in wenigen Handelstagen oder Wochen das Kapital von Jahren ausradieren können – wie zuletzt in der Finanzkrise 2008 und davor in der dreijährigen Baisse von 2000 bis 2003, in der der Dax mehr verlor als in Zeiten der Weimarer Republik (72 Prozent).

Allein: Wer sein Geld auf dem Sparbuch versauern lässt, schmilzt sein Kapital inflationsbedingt sogar ab. Wie einfach – in der Rückschau – der Weg zum Vermögensaufbau ohne wilde Traderei sein kann, wenn man nur einmal die richtige Aktie erwischt und an seinem Investment festhält, machen die wertvollsten fünf Konzerne der Welt vor, die inzwischen allesamt aus dem Tech- und Internet-Sektor kommen.

Microsoft: + 100.000 Prozent  

Wer an die erfolgreichsten Tech- und Internetaktien denkt, dürfte Microsoft  schnell außer Acht lassen, zu sehr haben Apple und Google im vergangenen Jahrzehnt die Schlagzeilen und die Wall Street bestimmt. Tatsächlich steht der Softwareriese aus Redmond für eine der größten Erfolgsgeschichten an den Kapitalmärkten des 20. Jahrhunderts, die in den vergangenen Jahren unter dem neuen CEO Satya Nadella ihre Renaissance erfahren hat.

Am 13. März 1986 debütierte der Windows-Hersteller an der Technologiebörse Nasdaq zu einem Ausgabekurs von 21 Dollar.  Ganze neun Mal hat Microsoft seitdem seine Aktien von 1987 bis 2003 gesplittet und den damaligen Ausgabekurs auf ein heutiges Kursniveau von ganzen 0,073 Dollar (7 Cent!) herabgesenkt.

Angesichts von Kursnotierungen von heute über 73 Dollar sind die Kurszuwächse von enormen 100.000 Prozent exorbitant. Wer vor rund drei Jahrzehnten lediglich für 1000 Dollar in Microsoft-Aktien investierte, säße heute auf dem schier unfassbaren Vermögen von einer Million Dollar!

Amazon: + 70.000 Prozent 

Das Börsenjubiläum des weltgrößten Internet-Einzelhändlers jährte sich im Mai erst zum zwanzigsten Mal. Am 15. Mai 1997 war es, als eines von vielen Internet-Start-ups in den späten 90er-Jahren, angetrieben von der Dot.com-Euphorie an die Technologiebörse Nasdaq strebte, um sich frisches Kapital für sein exorbitantes Wachstum zu beschaffen.

„Die Sache ist die: Im Internet kann man seine Kunden sehr schnell gewinnen oder verlieren“, lockte Konzernchef Jeff Bezos Zeichner zum Börsengang. Der heute 53-Jährige mit der notorischen Lache sollte recht behalten. Zu Kursen von 18 Dollar debütierte Amazon im Mai 1997, die heute splitbereinigt lediglich 1,50 Dollar entsprechen.

Ein Blick auf den exorbitanten Kursverlauf der Amazon-Aktie seitdem beweist, wie viel Anleger hätten verdienen können, die Ende der 90er auf den Internet-Buchversender gesetzt hätten, der heute bei Kursen von 1046 Dollar notiert – das Kursplus beträgt enorme 69.600 Prozent! Oder wer zum IPO vor zwei Jahrzehnten nur 1000 Dollar in Amazon angelegt hätte, säße heute also entsprechend auf 697.000 Dollar. Aus einem Investment von 1435 Dollar wäre entsprechend eine Million Dollar geworden.

Apple: + 38.000 Prozent 

Der wertvollste Konzern der Welt hat eine bewegte Börsengeschichte hinter sich. Als Apple am 12. Dezember 1980 an der Technologiebörse Nasdaq debütierte, war der Hype um den aufstrebenden Computer-Hersteller und seinen charismatischen Gründer Steve Jobs groß.

Tatsächlich war es der größte Börsengang in den USA seit 1956, als Ford an der Wall Street debütierte und gleichzeitig die Blaupause für so viele IPOs von Tech- und Internet-Unternehmen, die später folgen sollten. Zu Kursen von 22 Dollar debütierte Apple an der Nasdaq – ein Kurs, der  nach den vier Aktiensplits von 1987 bis 2014 nur noch 0,3929 Dollar entspricht.

Wer vor 37 Jahren mutig gewesen wäre und in die Apple-Aktie investiert hätte, wäre vor allem nach dem Siegeszug in der zweiten Amtszeit von Steve Jobs mit den bahnbrechenden Erfindungen iMac, iPod, iPhone und iPad üppig belohnt worden: Aus einem Einsatz von lediglich 1000 Dollar wäre bis heute bei Kursen von 150 Dollar ein Vermögen von 381.000 Dollar geworden. Oder anders gerechnet: Mit einem Investment von 2625 Dollar in Apple-Aktien 1980, wäre man heute Dollar-Millionär.

Google: + 2100 Prozent 

Als die Internetsuchmaschine Google am 19. August 2004 an der Nasdaq gelistet wurde, galt die Aktie bereits als teuer. Nach einer mehrjährigen Dürreperiode nach dem Platzen der Internetblase schien die angestrebte Bewertung von 35 Milliarden Dollar für ein gerade mal sechs Jahre altes Internet-Unternehmen als höchst ambitioniert.

In der Rückschau 13 Jahre später ist klar: Es war eine weitere goldene Möglichkeit für Investoren, um am Erfolg eines aufstrebenden Unternehmens im Wachstumsumfeld der digitalen Wirtschaft zu partizipieren. Zu Kursen von 85 Dollar wurden Google-Aktien unter dem Tickersymbol GOOG an zeichnunsgwillige Investoren ausgegeben.

Nach einer Umfirmierung zu Alphabet und einem Aktiensplit zum kryptischen Verhältnis von 1:1,9938 entspräche das heute lediglich einem Kursniveau von 42,63 Dollar. Angesichts von Notierungen bei heute 952 Dollar waren für Aktionäre in den vergangenen knapp 13 Jahren also Kurssteigerungen von 2135 Prozent drin. Wer seinerzeit für 1000 Dollar in Google-Aktien investiert hätte, hätte seinen Einsatz heute auf 22.350 Dollar vervielfacht. Für den Weg zur Million wäre indes ein Investment von 44.750 Dollar nötig gewesen.

Facebook: + 350 Prozent

Der Börsengang von Social Media-Riese Facebook ist gerade einmal fünf Jahre her. Im Mai 2012 ging das weltgrößte soziale Nerzwerk unter maximalem Medienbuhei an die Nasdaq – und enttäuschte Anleger schnell. In den Folgemonaten sackte die Facebook-Aktie vom Ausgabekurs bei 38 Dollar auf unter 18 Dollar ab.

Angetrieben von den stark wachsenden mobilen Werbeerlösen legte der nach Alphabet und Amazon drittwertvollste Internetkonzern der Welt ein beeindruckendes Comeback hin – heute notieren die Anteilsscheine bei 170 Dollar.

Anleger, die Facebook die Treue gehalten haben, säßen damit heute nach rund fünf Jahren auch schon auf einem satten Gewinn von 350 Prozent Plus; wer in den Crash-Monaten nach dem Börsengang zugegriffen hat, hätte ungleich höhere Gewinne eingefahren. Der Weg zur Million mit Facebook-Aktien ist indes weit: Anleger hätten schon zum IPO im Mai 2012 selbst 223.000 Dollar investieren müssen, um sich heute Millionär nennen zu können.