„Wer 'Allahu Akbar' ruft, wird erschossen“ – Venedigs Bürgermeister spricht kontroverse Warnung aus

Luigi Brugnaro ist seit 2015 Bürgermeister von Venedig. (Bild: AP Photo/Luigi Constantini)

Mit einer ziemlich wortgewaltigen Warnung sorgt Luigi Brugnaro, der Bürgermeister von Venedig, derzeit für Aufsehen: „Wenn jemand auf dem Markusplatz umherrennt und ‚Allahu Akbar’ ruft, dann werden wir ihn niederstrecken“, so Brugnaro.

Wie unter anderem die britische „Times“ berichtete, nahm Brugnaro am Dienstag an einer Diskussionsrunde im italienischen Rimini zum Thema „Terrorismus und Radikalismus“ teil. Dort sprach er unter anderem auch davon, dass Italien sicherer als Barcelona sei. Letzte Woche kamen in der spanischen Metropole 15 Menschen bei einem Terroranschlag ums Leben, über 100 weitere wurden verletzt.

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„Im Gegensatz zu Barcelona, wo man keine Schutzmaßnahmen aufstellte, sind wir wachsam“, so der Bürgermeister, der gerne damit kokettiert, nicht „politisch korrekt“ zu sein. Im März verhinderte die italienische Polizei einen Terroranschlag einer kosovarischen Dschihadistenzelle. Darauf nahm Brugnaro auch in Rimini Bezug: „In Venedig haben wir vier Terroristen verhaftet, die die Rialto-Brücke in die Luft sprengen wollten und sagten, zu Allah gehen zu wollen. Aber wir werden sie direkt zu Allah schicken, bevor sie irgendeinen Schaden anrichten können.“

Dario Nardella, Bürgermeister von Florenz, nahm Brugnaros Ansage nicht ganz ernst – und scherzte darüber. (Bild: ddp images/Pacific Press)

Brugnaros Warnung wurde von den restlichen Konferenzteilnehmern aber nicht besonders ernst genommen und während der Konferenz immer wieder als Witz benutzt. Der Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, ging etwa auf Brugnaro zu und skandierte „Allahu Akbar“ – und brachte damit die anderen Teilnehmer der Veranstaltung zum Lachen. Später entschuldigte sich Nardella bei all den Leuten, die der Meinung waren, sein Witz hätte den Terror oder den Islamismus trivialisiert.

Die Phrase „Allahu Akbar“, arabisch für „Gott ist groß“, wurde in den vergangenen Jahren immer wieder von islamistischen Terroristen benutzt – sie wird aber traditionell als muslimisches Glaubensbekenntnis während des Gebetes gebraucht.

Italien hat den viertgrößten muslimischen Bevölkerungsanteil in Europa. 2,2 Millionen Muslime – rund vier Prozent der Bevölkerung – leben laut einer Umfrage des Pew Research Center in dem Land am Mittelmeer.

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