Wenn friedliche Proteste aus dem Ruder laufen

Tiefpunkt der Gipfel-Geschichte: Beim G8-Treffen in Genua 2001 wurde ein junger Demonstrant erschossen. Foto: Filippo Monteforte

Internationale Konferenzen wie der G20-Gipfel in Hamburg sind Globalisierungsgegnern schon lange ein Dorn im Auge. Nicht immer bleiben die Proteste friedlich.

TORONTO 2010: Krawalle begleiten den G20-Gipfel: Militante zünden Polizeiwagen an und zerstören Schaufenster. Erstmals in der Geschichte der Stadt setzt die kanadische Polizei Tränengas ein. Hunderte werden festgenommen.

STRASSBURG 2009: Molotow-Cocktails, brennende Häuser und Tränengas: Randalierer stören den friedlichen Protest gegen den Nato-Gipfel zum 60-jährigen Bestehen des Militärbündnisses und hinterlassen Spuren der Verwüstung. Es gibt Dutzende Verletzte.

HEILIGENDAMM 2007: Straßenschlachten zwischen Polizei und Autonomen überschatten die Proteste gegen den G8-Gipfel. Dutzende werden verletzt.

HONGKONG 2005: Am Rande einer Tagung der Welthandelsorganisation WTO kommt es zu Ausschreitungen mit vielen Verletzten. Vor allem junge Koreaner protestieren in der chinesischen Sonderverwaltungszone gegen billige Reisimporte in ihr Land.

GENUA 2001: Der G8-Gipfel wird zum Schauplatz blutiger Straßenschlachten. Ein 23 Jahre alter Demonstrant wird von einem Polizisten erschossen. Das rigorose Vorgehen der italienischen Sicherheitskräfte löst weltweit Proteste aus.

SEATTLE 1999: Die Polizei wird vom Ausmaß des Protestes gegen die Welthandelskonferenz überrascht. Zehntausende umzingeln Tagungsorte und Hotels der Delegierten in der US-Stadt. Randalierer plündern Geschäfte, der Bürgermeister verhängt den Ausnahmezustand.

MÜNCHEN 1992: Das G7-Treffen bleibt vor allem wegen des umstrittenen «Münchner Polizeikessels» in Erinnerung. Demonstranten, die die Staatsgäste mit Pfiffen empfangen, werden stundenlang eingekreist. Hunderte werden festgenommen, ein Richter ordnet ihre Freilassung an.