Weniger Polizisten als angenommen wurden bei G20 verletzt

Die Gewalt während des G20-Gipfels in Hamburg richtete sich offenbar weniger gegen Personen, als es bislang den Anschein hat. Die Zahl der 476 verletzten Polizisten ist laut einem Medienbericht zu hoch.


Am Sonntag, dem Tag nach dem G20-Gipfel in Hamburg verschickte die Polizei eine Pressemitteilung: „Die Zahl der verletzten Polizeibeamtinnen und -beamten erhöhte sich auf 476“, stand darin. Bei einer Pressekonferenz ließ Einsatzleiter Hartmut Dudde keinen Zweifel daran, dass die Demonstranten daran Schuld hatten. Er nannte die Zahl im Zusammenhang mit den verwüsteten Straßenzügen und angezündeten Autos, mit gezündeter Pyrotechnik und geworfenen Steinen. Doch nun scheint es, als seien nur sehr wenige Polizisten von Demonstranten verletzt worden.

Laut dem Portal Buzzfeed meldete mehr als die Hälfte der in der Statistik aufgetauchten Polizisten ihre Verletzung schon vor Beginn der Krawalle. Das gehe aus einer Umfrage unter den Polizeibehörden aller 16 Bundesländer und der Bundespolizei hervor. Die Zahl 476 bezieht sich demnach auf die „erweiterte Einsatzphase“ vom 22. Juni bis zum 10. Juli.



Zudem seien zum Beispiel auch Kreislaufstörungen bei dem warmen Wetter als „Verletzungen“ gezählt worden. Nur 21 der Beamten seien so schwer verletzt gewesen, dass sie auch am Folgetag nicht hätten arbeiten können, so Buzzfeed.

Die Bundespolizei zählte zum Zusammenhang mit den G20-Protesten zwei schwerverletzte Beamte, die 16 Bundesländer meldeten keinen einzigen.