Weniger Pilger, mehr Ruhe: Eine Alternative zum Jakobsweg

Auf dem Ignatiusweg sind deutlich weniger Pilger unterwegs als auf dem Jakobsweg. (Bild: Fernando Avendano/Shutterstock.com)
Auf dem Ignatiusweg sind deutlich weniger Pilger unterwegs als auf dem Jakobsweg. (Bild: Fernando Avendano/Shutterstock.com)

Spätestens seit Hape Kerkelings (57) Bestseller "Ich bin dann mal weg" verspüren viele den Drang, einmal eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg zu erleben. Eigentlich versteht man darunter mehrere Wege in ganz Europa, der bekannteste davon ist der Camino Francés. Dieser führt von den Pyrenäen über 800 Kilometer durch den Norden Spaniens nach Santiago de Compostela. Doch mittlerweile ist die Route vor allem in der Hochsaison sehr überlaufen. Wer etwas mehr Einsamkeit sucht, ist auf dem Ignatiusweg gut aufgehoben.

675 Kilometer durch malerische Landschaften Spaniens

Der Pilgerweg ist circa 675 Kilometer lang und führt durch die wunderschöne Landschaft Spaniens. Startpunkt ist der Geburtsort des Heiligen Ignatius in Loyola, ein kleiner Ort im Norden des Landes. In Manresa, Katalonien, endet der Weg. 1522 soll Ignatius diese Route zurückgelegt haben. Der Ignatiusweg bietet für Pilger die Möglichkeit, abseits der großen Massen, zu sich zu finden. Sowohl das Baskenland als auch die Regionen Rioja, Navarra und Aragón durchqueren Wanderer dabei. Nicht nur zu Fuß kann man den Weg zurücklegen, auch per Fahrrad oder zu Pferd ist erlaubt.

Natürlich nutzen viele Menschen den Pilgerweg aus spirituellen Gründen. Doch es ist auch eine hervorragende Möglichkeit, die Schönheit der katalanischen Landschaften aufzusaugen und die Natur sowie Kultur zu genießen. So kommen Pilger etwa an der Stadt Lleida vorbei, die sich durch ein historisches Stadtzentrum auszeichnet. Die Kathedrale, die auf dem Burgberg thront, ist definitiv einen Abstecher wert. Auch durch einen Nationalpark, genannt Aizkorri-Aratz, schlängelt sich die Route. Die Ortschaft Verdú ist hingegen für sein Kunsthandwerk, insbesondere Töpferware, bekannt. Die Landschaft ist geprägt von Mandel- und Olivenbäumen - auch Weinfelder sind anzutreffen.

In 27 Tagesetappen zu schaffen

Mit seinen gewundenen Straßen und engen Gassen punktet die Stadt Igualada. Auch eine alte Festungsanlage können Pilger hier bestaunen. Der mittelalterliche Kern des Ortes ist von modernen Bauten umschlossen, was einen interessanten Kontrast schafft. Das Kloster von Montserrat gehört für viele zu den wichtigsten Etappenzielen des Weges, auch der Heilige Ignatius soll hier einige Tage verbracht haben.

Der ganze Weg ist in rund 27 Tagesetappen zu schaffen. 2022 wird sogar das 500. Jubiläum des Weges gefeiert. Entlang der Route gibt es einige Herbergen und Hütten für die Pilger. Aber Achtung: Laut offizieller Webseite gibt es in einem längeren Abschnitt zwischen Zaragossa und Fraga nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten. In Pilgerherbergen kann man generell nur eine Nacht verbringen. Vor allem im Frühling sowie im Herbst ist eine Wanderung zu empfehlen. Um sich einen Stempel für seinen Pilgerpass abzuholen, einfach in einer öffentlichen Stelle oder Lokal im jeweiligen Ort nachfragen.

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