Weniger Neuinfektionen; Montgomery kritisiert Grenzöffnungen

David Verbeek

(Bloomberg) -- Während sich in Deutschland zuletzt so wenige Menschen neu mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben wie zuletzt vor mehreren Wochen und die Bundesregierung die Wiederöffnung der Außengrenzen vorbereitet, warnt der Weltärztepräsident vor einer zweiten Infektionswelle.

Die Grenzöffnungen seien verfrüht, “wir können noch nicht zurück zur Normalität”, sagte Frank Ulrich Montgomery. „Die neuen Lockerungen zwischen den europäischen Ländern bereiten mir große Sorge, weil wir wieder einen Überbietungswettbewerb bekommen werden”, erklärte der Präsident des Weltärztebundes im Interview mit der Funke Mediengruppe. Dadurch steige das Risiko einer zweiten Welle, und diese werde “härter als die erste, weil wir nicht mehr so vorsichtig sein werden.“

Vergangene Woche hatte die Bundesregierung angekündigt, die Grenzen bis Mitte Juni wieder zu öffnen. Bundesaußenminister Heiko Maas erklärte am Montag, dass diesen Sommer Urlaub in europäischen Ausland möglich sein werde, allerdings werde es überall in Europa Restriktionen geben, “an den Stränden, in den Restaurants, in den Innenstädten”.

Die Konjunkturerwartungen für Deutschland hellen sich auf, wie das ZEW ermittelt hat. Der Wert stieg im Mai um 51 Punkte und damit den zweiten Montat in Folge. “Die Zuversicht wächst, dass es ab Sommer zu einer konjunkturellen Wende kommen wird”, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach.

Nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Dienstagmorgen haben sich in Deutschland in den zurückliegenden 24 Stunden lediglich 182 Menschen neu mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Das ist der niedrigste absolute Anstieg seit 31. März. Tags zuvor lag der Anstieg bei 617 Personen. Die Zahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 176.551

Weitere 41 Menschen sind in Deutschland im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg damit auf 8.003. Am Vortag waren 15 Tote gemeldet worden.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch Instituts vom Montag bei 0,91. Das Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

(Ergänzt um Montgomery, Konjunkturerwartungen)

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